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Freitag, 6. Mai 2011

Der Shiitismus versus #Islam Teil7: Werden im Islam Führerschaft und Wissen vererbt???

Wie wir im letzten Teil gesehen haben, heben die Shiiten die Ahli-l-Bait, die für sie nur 4 bestimmte Pesonen umfassen, vor allen Menschen hervor und behaupten von ihnen, sie haben alles Wissen des Propheten (sas) bereits von Geburt an besessen.Werden im Islam Führerschaft und Wissen vererbt??? Ist solche eine Behauptung im Islam haltbar?



Alle Muslime, Sunniten und Shiiten, lieben die Familie des Propheten – seine Ahli-l-bait - und daran gibt es keinen Zweifel. In jedem unserer Gebete wiederholen wir den Segenswunsch für Muhammad (Allahs Segen und Heil auf ihm) und seine Familie (Ahli Muhammad = diejenigen, die zu ihm gehören, also die Gläubigen – auch die Gläubigen innerhalb seiner Verwandtschaft) als Teil des Gebets. Die Frage soll nun aber sein, ob die Verwandtschaft mit dem Propheten diese Menschen in irgendeiner Weise über den Rest der Menschheit erhebt, oder ob es unter ihnen – genau wie bei allen anderen Familien – sehr gute, weniger gute und sogar schlechte Menschen gab. Gibt es so etwas wie Prophetengene oder Gene der Rechtschaffenen, die die Verwandten des Propheten automatisch rechtschaffen und weise machen würden? Die Antwort im Islam ist ganz klar: NEIN!
Zunächst einmal ist hier festzuhalten, dass der Prophet Muhammad (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) keine leiblichen Söhne hatte, die das Kindesalter überlebt haben. Ali war, wie bereits erwähnt, der Sohn einer seiner 11 Onkel Abu Talib, den er in seinen Haushalt aufnahm, um seinen in Armut geratenen Onkel zu entlasten. Abu Talib war zwar ein Unterstützer seines Neffen und liebte ihn sehr, konvertierte aber nicht zum Islam, auch wenn Muhammad (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) sich dies sehr gewünscht hätte. Zwar behaupten die Shiiten, er wäre Muslim geworden, aber dafür gibt es keinerlei authentische Überlieferungen und selbst Ali hat dies nicht behauptet. Im Gegenteil erfahren wir aus den Überlieferungen, dass Abu Talib, als er im Sterben lag, vom Propheten (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) darum gebeten wurde, zu seiner Errettung die Shahada auszusprechen, dass es keinen Gott gibt außer Allah und Muhammad sein Gesandter ist, aber Abu Talib war stolz und fürchtete, die Leute könnten später über ihn sagen, er habe dies aus Angst vor dem Tod gesagt. Außerdem wollte er nicht, dass man über ihn sagt, er habe die Religion seiner Vorväter den Bani Haschim verlassen, dessen mächtigster Held und Führer er war, da er dies als Schande betrachtete. So sprach er die Shahada nicht aus und wurde nicht Muslim. Es gibt sogar einen Qur’anvers, der anlässlich der Trauer des Propheten herabgesandt wurde, dass Abu Talib den Islam nicht angenommen hatte:

Du kannst nicht (einfach) rechtleiten, wen du (persönlich) gern magst. Allah ist es vielmehr, der rechtleitet, wen Er will. Er weiß am besten, wer sich rechtleiten lässt. (28:56)

Der Vater Alis war also kein Prophet, sondern ein Ungläubiger! Wenn das Prophetentum oder seine Stellvertreterschaft genetisch vererbt würden bzw. nur innerhalb der Prophetischen Blutlinie vorkommen könne, wie die Shiiten behaupten, müsste man Ali (möge Allah mit ihm zufrieden sein) von der Liste der potentiellen Nachfolger also streichen! Führt man diesen Gedanken zuende, so hatten auch die anderen Onkel Muhammads (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) Söhne und einige von ihnen waren besser als Abu Talib, denn sie konvertierten zum Islam. Hamza beispielsweise, sein Lieblingsonkel und Fürst der Märtyrer, hatte 2 Söhne, Imara und Ja>li, sowie 2 Mädchen, Amatullah und Umama.
Und Abbas, der ebenfalls ein gläubiger Onkel war, hatte 8 Söhne und 3 Mädchen, darunter Al Fadl, Harith, Tammam, Kathir und Abdullah ibn Abbas, einen der größten Überlieferer der Hadithe.
Um die Söhne dieser frommen Muslime wird jedoch kein Kult gemacht – obwohl sie als Nachkommen guter Muslime doch berechtigter zu sein scheinen - und sie werden von den Shiiten nicht wie ihr Cousin Ali verehrt, sondern sogar verflucht.
Was Alis Söhne Hassan und Hussain anbetrifft, so sind sie beide die Söhne der Tochter des Propheten Fatimah (möge Allah mit ihr zufrieden sein). Der Prophet (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) hatte auch noch andere Töchter. Beispielsweise war Ruqajja mit Uthman (dem 3. Khalifen) verheiratet und hatte als Sohn Abdullah. Warum wird dieser Enkel des Propheten (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) von den Shiiten nicht genauso geehrt wie die Kinder von Fatimah? Warum sollte sich dieser besondere (genetische) Segen nur auf die Linie von Fatimah beziehen, wo doch Ruqajja die Ältere war, und auch eine gute Gläubige? Auch Hassan und Hussain werden nicht gleich behandelt. Während Hussain verherrlicht und angerufen wird, wird Hassan, der Erstgeborene, kaum erwähnt, obgleich man von ihm überliefert, dass er dem Propheten Muhammad (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) am Ähnlichsten war. Aber die 12 Imame der 12er Shia stammen ausschließlich von Hussain ab, obwohl Hassan ebenfalls fromme Söhne hatte. Und auch von den 10 Söhnen des Hussain wurde der 4. Imam keineswegs der älteste Sohn, sondern der zweitälteste Ali Zain il Abideen. Diese Auswahl ist also vollkommen willkürlich und nicht logisch nachvollziehbar. Und während der 2. und 3. Imam offensichtlich von Seiten Fatimahs mit dem Propheten (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) verwandt sind, wird im weiteren Verlauf das Imamat nur noch von Seiten der Söhne weitergegeben, obwohl sowohl Hassan und Hussain sowohl eine gute Schwester namens Ummu Kulthum als auch fromme Töchter hatten usw. Die Ungereimtheiten ließen sich unendlich fortführen!
Beim Prophetentum handelt es sich nicht um eine Art Clan, bei dem die Macht untereinander weitergegeben und vererbt wird, sondern Allah (subhana wa ta'ala) wählt dafür von seinen Dienern aus, wen immer er wünscht! Die Juden zur Zeit des Propheten lehnten Muhammad (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) hauptsächlich deshalb ab, weil sie erwartet hatten, dass ein Mann ihres Volkes zum Propheten berufen würde und nicht ausgerechnet ein Araber. Sie dünkten sich als das auserwählte Volk, dem allein diese Ehre zustünde. Was antwortet Allah (subhana wa ta'ala) darauf im Qur’an:

Wie schlimm ist das, wofür sie ihre Seelen verkauft haben: dass sie das verleugnen, was Allah herabgesandt hat, aus Missgunst (darüber), dass Allah etwas von Seiner Huld offenbart, wem von Seinen Dienern er will! So haben sie sich Zorn über Zorn zugezogen. Und für die Ungläubigen gib es schmachvolle Strafe. (2:90)

Weder diejenigen unter den Leuten der Schrift, die ungläubig sind, noch die Götzendiener möchten, dass euch etwas Gutes von eurem Herrn offenbart wird. Aber Allah zeichnet mit Seinem Erbarmen aus, wen Er will, denn Allah besitzt große Huld. ….. Viele von den Leuten der Schrift möchten euch, nachdem ihr den Glauben (angenommen) habt, wieder zu Ungläubigen machen, aus Neid in ihren Herzen nachdem ihnen die Wahrheit klargeworden ist. (2:105+109)

Diese göttliche Berufung nehmen die Shiiten ja auch für ihre Imame in Anspruch, also müssten sie hierin auch konsequent sein und jeden Menschen dafür in Betracht ziehen – nicht nur die von ihnen bevorzugte Verwandtschaft des Propheten (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm).

Betrachten wir nun allgemein die Frage der Verwandtschaft im Qur’an und den Hadithen. Es gibt viele Beispiele dafür, dass sich im engsten Familienkreis der Propheten Menschen befanden, die den Glauben ablehnten und sündig waren.
Der erste Mord in der Geschichte der Menschheit wurde von Kain begangen, einem Sohn Adams, aus Eifersucht gegenüber seinem Bruder, der rechtschaffener und beliebter bei Allah war als er selbst!

Und verlies ihnen der Wahrheit entsprechend die Geschichte von den beiden Söhnen Adams! (Damals) als sie (jeder für sich) ein Opfer darbrachten. Vom einen von ihnen wurde es (bei Allah) angenommen, vom anderen nicht. Der sagte: "Totschlagen werde ich dich." Er sagte: "Allah nimmt nur von den Gottesfürchtigen (etwas) an. (Deshalb hat er mein Opfer angenommen, deines nicht.) Wenn du deine Hand nach mir ausstreckst, um mich zu töten, so werde ich meine Hand nicht nach dir ausstrecken, um dich zu töten. lch (meinerseits) fürchte den Herrn der Menschen in aller Welt. lch möchte, dass du meine und deine Sünde auf dich lädst und so einer von den Insassen des Höllenfeuers sein wirst. Das ist der Lohn der Frevler." Da legte ihm seine Seele nahe, seinen Bruder zu töten. Und so tötete er ihn. Und er wurde (infolge dieser Untat) einer von denen, die den Schaden haben. (Al Ma’ida:27-30)

Ebenso planten die Bruder des Propheten Josefs (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm), Sohn des Propheten Jakobs (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm), ihren Bruder zu töten, weil ihr Vater ihn mehr liebte als sie.

In (der Geschichte von) Joseph und seinen Brüdern lagen doch Zeichen für diejenigen, die (nach der Wahrheit) fragen. (Damals) als sie sagten: "Joseph und sein Bruder sind unserem Vater lieber als wir, wo wir doch eine (ganze) Schar sind (und sie nur zwei)! Unser Vater befindet sich offensichtlich im Irrtum. Tötet den Joseph oder setzt ihn irgendwo aus, damit euer Vater sich (mit seiner Sympathie) ausschließlich euch zuwendet und ihr, wenn er (erst einmal) nicht mehr da ist, rechtschaffene Leute seid!" (Yusuf:7-9)

Ein weiteres Beispiel hierfür sind die Frau und der Sohn Noahs, die in der Sinnflut ertranken, weil sie Ungläubige waren.

Noah sagte: "Steiget in das Schiff ein! Im Namen Allahs geschehe seine Fahrt und seine Landung! Mein Herr ist barmherzig und bereit zu vergeben." Es fuhr nun mit ihnen dahin auf einer Woge (so hoch) wie die Berge. Und Noah rief seinem Sohn zu, der abseits stand: "Mein Sohn! Steige mit uns ein und halte es nicht mit den Ungläubigen!" Er sagte: "Ich werde mich auf einen Berg zurückziehen, der mich vor dem Wasser schützt." Noah sagte: "Heute gibt es keinen, der vor der Entscheidung Allahs schützen würde. (Niemand findet Rettung) es sei denn einer, dessen er sich erbarmt." Und die Woge trat (trennend) zwischen die beiden. So war er (einer) von denen, die ertränkt wurden. (Hud:41-43)

Umgekehrt gehört die Frau des Pharaos, eines der schlimmsten Widersacher, zu den besten Frauen im Paradies, da sie den Glauben an Allah (subhana wa ta'ala) annahm.
Ibrahim (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm)  bat Allah (subhana wa ta'ala) darum, seine Nachkommen zu Führern für die Rechtschaffenen zu machen, worauf Allah erwidert, dass Sein Versprechen sich nicht auf die Ungerechten erstreckt:

Und (damals) als Abraham von seinem Herrn mit Worten auf die Probe gestellt wurde! Und er erfüllte sie. Er sagte: "Ich will dich zu einem Vorbild (imam) für die Menschen machen." Abraham sagte: "(Bezieh in deine Verheißung) auch Leute von meiner Nachkommenschaft (ein)!" Allah sagte: "(Aber) auf die Frevler erstreckt sich mein Bund nicht." (2:134)

Dies zeigt klar, dass nicht alle Nachkommen automatisch gut sind, sondern es unter ihnen auch Frevler geben kann – warum hätte Allah (subhana wa ta'ala) sonst diese von seinem Versprechen ausgenommen!
Was nun die Familie des Propheten Muhammad (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) angeht, so wird eine ganze Sure seinem Onkel Abu Lahab, Sohn des gleichen Großvaters, gewidmet, der bis zum Jüngsten Tag darin verflucht wird!

Dem Verderben seien die Hände Abu Lahabs preisgegeben! Dem Verderben sei er (mit seiner ganzen Person) preisgegeben! Was nützt ihm sein Vermögen, und was er erworben hat? Er wird (dereinst) in einem lodernden Feuer schmoren, (er) und seine Frau, die (elende) Brennholzträgerin. (111)

Auch die anderen der 11 Onkel des Propheten (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) waren zum Teil erbitterte Gegner des Islam, bis auf Hamza und Abbas (möge Allah mit ihnen zufrieden sein). Der Prophet (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) selbst warnte seine Angehörigen mehrfach mit den folgenden Worten:
Hudhaifa erzählte: „Ich kam zum Propheten (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) und Abbas saß zu seiner Rechten und Fatimah zu seiner Linken. Da sagte er: „O Fatimah, Tochter des Gesandten Allahs, tu Gutes, weil ich dich vor Allah am Jüngsten Tag nicht schützen kann.“ Dann sagte er zu Abbas: „O Abbas, Onkel des Gesandten Allahs, tu Gutes, weil ich dich vor Allah am Jüngsten Tag nicht schützen kann.“ Dann sagte er: „O Hudhaifa, wer bezeugt, dass es keine Gottheit außer Allah gibt, dass ich Sein Gesandter bin und dann an das glaubt, womit ich gesandt worden bin, den schützt Allah vor der Hölle und sichert ihm das Paradies zu.“ (Al Haithami 1/5)

Dieses Hadith zeigt, dass es die Taten sind, die das Schicksal im Jenseits bestimmen und nicht die Verwandtschaft.

Der Prophet (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) sprach zu seinen Angehörigen von den Quraisch: „Nicht, dass die Menschen zu mir mit Taten kommen und ihr mit eurer Zugehörigkeit. Dann wird sich von euch abgewendet!“ (Hakim 4/73)

Aischa, Allahs  Wohlgefallen auf ihr, berichtete: ‍Die Leute des Stammes Quraisch waren besorgt wegen einer Frau aus dem Stamm Mahzum, die einen Diebstahl begangen hatte. Sie fragten: „‍Wer kann mit dem Gesandten Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, für sie sprechen?“ Einige sagten: „‍Und wer sonst kann es wagen, an ihn heranzutreten außer Usama Ibn Zaid, dem Liebling des Gesandten Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm?“ Da sprach Usama mit dem Gesandten Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, der ihm sagte: „‍Legst du Fürsprache ein im Hinblick auf ein Recht, das nur Allah zusteht?“ Der Prophet erhob sich dann und hielt eine Predigt, in der er folgendes sagte: „‍O ihr Menschen, wahrlich, diejenigen vor euch gingen deshalb zugrunde, weil sie, wenn einer der Vornehmen unter ihnen einen Diebstahl begangen hatte, ihn davon unbestraft laufen ließen, und wenn einer der Schwachen unter ihnen einen Diebstahl begangen hatte, gegen ihn die Strafe vollzogen. Ich schwöre bei Allah! Wenn Fatimah, die Tochter Muhammads gestohlen hätte, so würde Muhammad ihre Hand abschneiden.“ [Sahih Al-Buchari Nr. 6788]

Aus diesem Hadith gehen 2 Dinge hervor. Erstens: Es gibt bei Allah (subhana wa ta'ala) keine Privilegien aufgrund der Abstammung. Vor Ihm sind wir alle gleich, was den Gehorsam und die Pflichten Ihm gegenüber anbetrifft! Zweitens: Wäre Fatimah (möge Allah mit ihm zufrieden sein) vom Propheten (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) als unfehlbar eingestuft worden, so wäre es auszuschließen gewesen, dass sie möglicherweise einen Diebstahl beginge, und er hätte nicht sie als Beispiel herangezogen, sondern beispielsweise eine seiner Frauen.
Auch hat Muhammad (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) nicht die Mitglieder seiner Familie vor den anderen privilegiert oder ihnen Vorteile eingeräumt. Dies wird deutlich an einer Erzählung von Ali.

Er berichtet, dass Fatimah, obwohl sie die liebste zu Muhammad (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) aus seiner Familie war, die Mühle drehte, bis dies Spuren an ihrer Hand hinterließ. Ebenso trug sie schwere Wasserbeutel, bis die Schnüre Spuren an ihrem Hals hinterließen und sie kehrte, bis ihre Kleider staubig waren. Als nun der Prophet Diener bekam, befahl Ali ihr, zu ihrem Vater zu gehen und um einen Diener zu bitten. Sie kehrte jedoch unverrichteter Dinge zurück, da sie viele Menschen bei ihm antraf. Am nächsten Tag besuchte sie der Prophet (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) und erkundigte sich nach dem Grund ihres Besuches. Fatimah schwieg. Ali erklärte ihm daraufhin, wie sich die Sache zugetragen hatte und Muhammad (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) sagte daraufhin zu Fatimah: „Fürchte Allah, o Fatimah, und erfülle deine religiösen und familiären Pflichten. Und wenn du ins Bett gehst, dann sprich 33* Subhan Allah, 33* Alhamdulillah und 34* Allahu Akbar. Das sind 100, die besser für dich sind als 1 Diener.“ Fatimah antwortete: „Ich bin zufrieden mit Allah und Seinem Gesandten.“ (Abu Dawud 2988)

Welches sind also die Kriterien, nach denen Allah die einen Menschen vor den anderen bevorzugt? Wir finden die antwort darauf ebenfalls im Qur’an:

Diejenigen, die glauben und ausgewandert sind und mit ihrem Vermögen und in eigener Person um Allahs willen gekämpft haben, stehen bei Allah in höherem Ansehen (als die anderen). Sie sind es, die das große Glück gewinnen. (At-Tauba: 20)

Ihr Menschen! Wir haben euch geschaffen (indem wir euch) von einem männlichen und einem weiblichen Wesen (abstammen ließen), und wir haben euch zu Verbänden und Stämmen gemacht, damit ihr euch (auf Grund der genealogischen Verhältnisse) untereinander kennt. (Bildet euch aber auf eure vornehme Abstammung nicht zu viel ein!) Als der Vornehmste gilt bei Allah derjenige von euch, der am frömmsten (auch: am gottesfürchtigsten) ist. Allah weiß Bescheid und ist (über alles) wohl unterrichtet. (49:13)

Die besten Menschen bei Allah (subhana wa ta'ala) sind also diejenigen, die am gottesfürchtigsten sind – unabhängig von ihrer Abstammung und Familie!
Zu demselben Schluss müssen wir auch kommen, wenn wir die Sache verstandesmäßig analysieren. Es gibt verschiedene Dinge, auf die der Mensch einen Einfluss hat, das sind die Handlungen, die seinem freien Willen unterliegen, und andere, die er nicht beeinflussen kann, das ist sein Schicksal. Für die Dinge, die man nicht beeinflussen kann, wird man auch nicht zur Rechenschaft gezogen, da dies nicht dem Grundsatz der Gerechtigkeit entspricht. Die Geburt in eine bestimmte Familie gehört logischerweise zu den Dingen, die man sich nicht aussuchen kann. Welchen Verdienst hat man also errungen, wenn man von einer edlen Familie abstammt und welche Sünde hat man begangen, wenn dem nicht so ist? Wie können wir für etwas verantwortlich gemacht – also belohnt oder bestraft werden – auf das wir keinerlei Einfluss haben? Dies wäre reine Ungerechtigkeit und Allah (subhana wa ta'ala) behandelt niemanden ungerecht! Einer seiner Namen ist Al Adl – der absolut Gerechte.


Dienstag, 3. Mai 2011

Der Shiitismus versus #Islam Teil6: Die Ahlu-l-Bait - Wer sind sie wirklich?

Heute kommen wir zu dem Thema der Ahlu-l-Bait. Die Shiiten postulieren ja, dass diesen allein die Führerschaft der Umma zustünde und dass dies im Qur'an so festgeschrieben worden wäre. Um zu zeigen, dass es sich dabei um eine reine Lüge handelt, ist es notwendig, den Begriff Ahlu-l-Bait im Qur'an genauer zu betrachten und die entsprechenden Verse zu analysieren. Wen meint die arabische Sprache und der Qur'an  mit dem Begriff Ahl? Und was wird über sie gesagt? - Lest selbst:

4.     Der „Beweis“ im Qur’an über Ahli-l-Bait

Der wichtigste Vers, auf den sich die Shiiten stützen ist: 

Wa qarna fi bujutikunna wa la tabarradschna tabarrudscha-l-dschahilijati-l-ula. Waaqimna-s-salata wa atina-z-zakata wati<na Allaha wa rasulahu – Innama juridu Allahu lijudhhiba <ankumu-r-ridschsa ahla-l-baiti wa jutahhirakum tathira. (33:33)

Haltet euch in euren Häusern auf; und stellt euch nicht zur Schau wie in der Zeit der früheren Unwissenheit. Verrichtet das Gebet und entrichtet die Zakat und gehorcht Allah und Seinem Gesandten. Allah will gewiss nur den Makel von euch entfernen, ihr Angehörigen des Hauses, und euch völlig rein machen.

Dieser Vers soll ein klarer Beweis dafür sein, dass Ali, Hassan und Hussain  die einzigen Ahli-l-bait sind, dass sie völlig fehlerfrei sind, dass wir auf ihre Interpretation des Qur’an zählen müssen und alle ihre Aussagen annehmen müssen sowie die der ihnen folgenden Imame.
Wenn dem tatsächlich so wäre, müsste es klare und eindeutige Verse und Beweise dafür im Qur’an geben. Wir werden zeigen, dass es im Qur’an keinen einzigen klaren Beweis für die von den Shiiten vertretene Lehre gibt und dass ihre Aqida nur auf Vermutungen und Willkürinterpretation basiert. Allah (subhana wa ta'ala) sagt im Qur’an, dass wer sich das Mehrdeutige aus dem Qur’an aussucht um ihm ohne Beweis eine spezifische Bedeutung zu geben, zu den Leuten gehört, die in die Irre gehen:

Er ist es, Der das Buch (als Offenbarung) auf dich herabgesandt hat. Dazu gehören eindeutige Verse – sie sind der Kern des Buches – und andere, mehrdeutige. Was aber diejenigen angeht, in deren Herzen (Neigung zum) Abschweifen ist, suchen vor allem das Mehrdeutige darin, um Uneinigkeit zu verursachen und es (nach eigenem Gutdünken) auszulegen. Seine Deutung kennt jedoch niemand außer Allah. (3:7)

Betrachten wir den fraglichen Vers genauer:


Allah WILL euch reinhalten. Es gibt 2 Arten von wollen. Der Wille Allahs, der durchgesetzt wird, und den Willen im Sinne eines Wunsches und Wohlgefallens, dessen Erfüllung der freien Entscheidung des Menschen unterliegt. Welches Wollen ist hier gemeint? Für letztes Wollen gibt es auch Beispiele im Qur’an. Z.B.:

Ihr wollt Glücksgüter des Diesseitigen, aber Allah will das Jenseits. Allah ist Allmächtig, Allweise. (8:67)

Wenn letztere Art des Wünschens hier gemeint ist, hat dies keinerlei Verbindlichkeit und enthält kein Versprechen. Es entspricht dann eher einer Ermahnung und einem Aufruf, dieser zu folgen. Das Wort wollen ist auf jeden Fall mehrdeutig und keinesfalls eindeutig, wie man es von einem Vers solcher Wichtigkeit erwarten müsste.


Im Arabischen bezeichnet dieser Ausdruck diejenigen, die dem Haus angehören: die Familie und die Ehefrauen. Hier: die Familie des Propheten (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm). Die Shiiten beschränken diese Familie auf Fatima, Ali, Hassan und Hussain sowie deren Nachkommen. Von diesen Nachkommen werden bei den Shiiten alle ausgeklammert außer den verbleibenden 9 Imamen nach Ali, Hassan und Hussain. Die Frage stellt sich hier: Was ist mit dem Rest? Die Familie besteht doch aus viel mehr Menschen  als diesen. Nach welchen Kriterien werden die ausgewählt, die hier gemeint sein sollen und folglich unfehlbar wären? Hassan und Hussain waren Brüder, also ging es hier nicht um ein Erstgeborenenrecht. Sie hatten außerdem noch weitere Brüder aus späteren Ehen, von denen keiner spricht. Warum kam kein Sohn von Hassan an die Macht? usw. Es gibt unter den Shiiten 5er Shia, 7er Shia und Ähnliches, weil die Shiiten selbst sich nicht einigen konnten, wer der richtige Nachfolger sein soll. Betrachten wir nun einige Stellen im Qur’an, an denen von Ahl die Rede ist:

Fa andschainahu wa ahlahu illa –mra’atahu, kanat min al ghabirin.

Da retteten wir ihn und seine Angehörigen, außer seiner Frau. Sie gehörte zu denjenigen, die zurückblieben. (7:83)

Lots Frau gehört hier klarerweise zu seiner Familie (ahl), denn Allah (subhana wa ta'ala) sagt: seine Angehörigen AUSSER seiner Frau.

Etwas Ähnliches findet sich wieder bei Moses (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm). Allah (subhana wa ta’ala) berichtet uns hiervon im Folgenden:

28. 27. Er sprach: »Ich möchte dir eine von meinen beiden Töchtern hier zur Frau geben unter der Bedingung, dass du mir acht Jahre lang dienst. Und wenn du zehn vollenden willst: es steht bei dir; denn ich möchte nicht hart gegenüber dir sein. So Allah will, wirst du finden, dass ich in allem gerecht bin.«
28.28. Er sprach: »So sei es zwischen mir und dir. Welche der beiden Fristen ich auch erfülle, es soll mich kein Vorwurf treffen. Und Allah ist Bürge unserer Worte.«
28.29. Und als Moses die Frist erfüllt hatte und mit seiner Familie abreiste, bemerkte er an der Seite des Berges ein Feuer. Da sprach er zu seiner Familie: »Bleibt hier! Seht, ich nehme ein Feuer wahr. Vielleicht bringe ich dort für euch etwas in Erfahrung oder doch einen brennenden Ast, damit ihr euch aufwärmt.«

Wir fassen also zusammen. Moses (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) kam auf seinem Weg zu einem Ort namens Madyan, heiratete dort, und verbrachte 10 Jahre im Dienst des Vaters seiner Frau. Danach verließ er Madyan mit seiner Familie (Ahl). Kann jemand hier leugnen, dass mit “Familie“ seine Frau gemeint ist, die er in Madyan geheiratet hatte? Oder behaupten die Schiiten, er hätte seine Frau zurück gelassen? Wenn dem so ist, wer ist diese “Familie“, die im Vers 29 angesprochen wurde? Übrigens, auch hier finden wir hier die maskuline Form wieder, ohne dass bis jetzt jemand auf den Gedanken gekommen wäre, seine Frau wäre nicht eingeschlossen in „Ahl“.
Nur in einem einzigen anderen Vers ist der Ausdruck „ahli-l-bait“ im Qur’an verwendet worden:

11.71. Und seine Frau stand dabei und lachte (vor Glück). Denn Wir verkündeten ihr Isaak und nach Isaak Jakob.
11.72. Sie sprach: »Ach, weh mir! Soll ich gebären, obwohl ich eine alte Frau bin und dieser, mein Ehemann, ein Greis ist? Siehe, das wäre eine seltsame Sache!«
11.73. Sie sprachen: »Wunderst du dich über Allahs Entscheidung? Die Barmherzigkeit Allahs und Sein Segen kommen auf euch, o Leute des Hauses! (Ahlu-l-Bait) Siehe, Er ist preiswürdig und ruhmvoll.« (11:73)

Dieser Vers wendet sich an auf die Frau von Abraham, die sich gewundert hatte, dass die Engel ihr die Geburt eines Kindes verkünden, obgleich sie und ihr Mann schon alt waren. Ganz klar ist hier mit Ahli-l-bait die Ehefrau gemeint. Die maskuline Pluralform wird hier angewendet, um den anwesenden Ehemann – nämlich Abraham - mit einzuschließen.

Schauen wir uns den Kontext des von den Shiiten angeführten Verses an: Er hat mit den Frauen zu tun! Allah (subhana wa ta'ala) spricht in ihm die Frauen des Propheten an. Die Vers davor und danach lauten:

33.32. O Frauen des Propheten! Ihr seid nicht wie irgendeine von den Frauen. Wenn ihr gottesfürchtig seid, dann zeigt euch nicht zu gefällig im Reden, sondern sprecht geziemend, damit der, in dessen Herz Krankheit ist, keine Erwartungen hegt.
33.33. Und haltet euch zu Hause auf. Und stellt euch nicht zur Schau wie in der früheren Zeit der Unwissenheit. Und verrichtet das Gebet. Und entrichtet die Steuer. Und gehorcht Allah und Seinem Gesandten. Siehe, Allah will euch von jedem Übel bewahren, o Leute des Hauses, und euch völlig reinhalten.
33.34. Und bewahrt im Gedächtnis, was von den Versen Allahs und an Weisheit in eueren Häusern vorgetragen wird. Siehe, Allah ist milde und wohlunterrichtet.

Jeder, der unvoreingenommen diese Verse liest, wird sofort sagen, dass mit den “Leuten des Hauses“ selbstverständlich die Frauen gemeint sind, denn sowohl vor als auch nach diesem Versauschnitt werden die Frauen des Propheten (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) angesprochen! Diese Tatsache bestreiten nicht einmal die Schiiten, denn sowohl Vers 32, wie der Anfang von Vers 33 und der gesamte Vers 34 sind grammatikalisch in der rein femininen Form dargelegt.
Nur im letzten Satz über Ahli-l-bait wird – wie bei der Ehefrau Abrahams - die Sammelform für männlich und weiblich verwendet, da zur Familie bzw. den Angehörigen des Hauses sowohl Frauen als auch Männer gehören! Niemand wird in Frage stellen, dass der Prophet (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) der Oberhaupt seines Hauses (also seiner Familie) ist. Um ihn also in seiner eigenen Familie einzuschließen war es selbstverständlich notwendig hier die maskuline Form zu benutzen. Bekanntlich reicht ein Mann in einer Gruppe aus, um die grammatikalische Form zu bestimmen. Aus dem Zusammenhang geht also hervor, dass vor allem die Frauen des Propheten gemeint sind.
Ein eindeutiger authentischer Hadith, der dies bestätigt und den die Schiiten wissentlich ignorieren, weil er nicht in ihr System passt, ist folgender:

Anas bin Malik berichtete: “Ein Festessen mit Brot und Fleisch wurde abgehalten
anlässlich der Heirat des Propheten (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) mit Zainab bint Jahsh. Ich wurde geschickt, um die Leute (zur Feier) einzuladen…der Prophet ging danach weg und kam zum Haus von Aischa (möge Allah mit ihm zufrieden sein) und sagte: “Assalamu aleikum wa rahmatu Allah, o Ahlu-l-Bait (O Familie des Hauses)“ Sie antwortete: “Wa Aleika Al-Salam wa rahmatu Allah! Wie fandest du deine Frau? Möge Allah dich segnen!“ Danach ging er zu den Häusern all seiner anderen Frauen und sagte ihnen das gleiche, das er Aischa (möge Allah mit ihm zufrieden sein) gesagt hatte und sie sagten ihm das Gleiche, das Aischa (möge Allah mit ihm zufrieden sein) ihm gesagt hatte.““ (Sahih Buchari)

Der Prophet (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) begrüßte also jede seiner Frau mit: “Assalamu aleikum wa rahmatu Allah, o Ahlu-l-Bait (O Familie des Hauses)“. So fragt man sich, warum die Schiiten derart klare Hadithe ignorieren, und dafür an unklaren Hadithe festhalten, unter Ignorierung der Interpretation der Gelehrten? Und viel wichtiger, warum versuchen die Schiiten mit aller Kraft die Frauen des Propheten (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) aus seinem Ahl nehmen, obwohl es im Widerspruch zu den eindeutigen Belegen aus Qur’an und Sunnah steht? Der Grund liegt auf der Hand. Nach schiitischer Lehre müssten die Ehefrauen des Propheten (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm), wenn sie zu seiner Ahl gehören, dann ebenfalls unfehlbar sein – besonders Aischa aber wird von den Shiiten zutiefst gehasst und als Lügnerin und Ungläubige bezeichnet! Sie bezichtigen Aischa, die liebste Ehefrau des Propheten (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) als Schaitana, als eine Frau die Ehebruch begangen habe, obgleich Allah selbst sie im Qur’an von diesem Verdacht freigesprochen hat!:

Als ihr es mit euren Zungen übernahmt und ihr mit eurem Mund das ausspracht, wovon ihr keine Kenntnis hattet, da hieltet ihr es für eine geringe Sache, während es vor Allah eine große war. Und warum sagtet ihr nicht, als ihr es hörtet: „Es kommt uns nicht zu, darüber zu reden. Gepriesen seiest Du! Dies ist eine arge Verleumdung.“? Allah ermahnt euch, nie wieder dergleichen zu begehen, wenn ihr Gläubige seid. Und Allah erklärt euch die Gebote; denn Allah ist Allwissend, Allweise. (24:15-18)

Falls die Frauen des Propheten (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) ebenfalls unter das schiitische Unfehlbarkeitsdogma fielen, wäre die Folge eine Katastrophe im schiitischen Glauben, die unweigerlich den Einsturz dieses gesamten schiitischen Kartenhauses mit sich ziehen würde. Warum? Weil insbesondere Aischa (möge Allah mit ihm zufrieden sein) demnach unfehlbar sein müsste und damit hätten wir also mit Ali (möge Allah mit ihm zufrieden sein) und Aischa (möge Allah mit ihr zufrieden sein) zwei Unfehlbare, die einen bedeutenden Meinungsunterschied hatten, was schließlich zu einer großen Fitna (Spaltung) und der bekannten Schlacht des Kamels führte. Damit wäre das Unfehlbarkeitsdogma nicht mehr zu halten und das gesamte Imamat wäre natürlich ebenfalls hinfällig. Interessant ist es, dass von den Shiiten ein Hadith zur Stützung der shiitischen Interpretation des Verses herangezogen wird, das ausgerechnet von Aischa (!) überliefert wird:

Aischa (möge Allah mit ihm zufrieden sein) berichtete, dass Allahs Gesandter (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm)  eines Morgens aus dem Haus ging und dabei einen gestreiften Mantel aus schwarzem Kamelhaar trug, als Hasan bin Ali (möge Allah mit ihm zufrieden sein) kam. Er deckte ihn damit zu, danach kam Hussain und er deckte ihn (ebenfalls) zu mit (Hassan). Danach kam Fatimah (möge Allah mit ihm zufrieden sein) und er nahm sie unter den Mantel, dann Ali (möge Allah mit ihm zufrieden sein) und dann sagte er (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm): “Siehe, Allah will euch von jedem Übel bewahren, o Leute des Hauses, und euch völlig rein halten.“
In einer anderen Überlieferung aus Sunan Tirmidhi wird dabei zusätzlich erwähnt, dass Umm Salama dies sah, und den Propheten (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) fragte: “Und ich, O Gesandter Allahs?“ Er antwortete: “Du hast deine Stellung und du bist eine gute Frau!“ In einer anderen von Ibn Kathir erwähnten Fassung (im Tafsir von 33:33), heißt es noch deutlicher: Umm Salama (möge Allah mit ihm zufrieden sein) fragte den Propheten (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm): “Und ich, O Gesandter Allahs, bin ich von deiner Familie (Ahlika)?“ Der Prophet (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) antwortete: “Und du bist (auch) von meiner Familie.“

Entweder, Aischa ist eine Lügnerin, dann wäre der überlieferte Hadith von ihr sowieso kein Beweis, oder aber sie ist keine Lügnerin – das würde aber bedeuten, dass die Shiiten die anderen von Aischa überlieferten Hadithe ebenfalls annehmen müssten – was sie natürlich nicht wollen, da dann ihre Aqida nicht aufrechterhalten werden könnte! Die Shiiten aber stricken sich das gerade nur so zurecht, wie sie es brauchen und sagen, den letzten Teil des Hadithes akzeptieren wir nicht. Aber sogar rein sprachlich gesehen, wenn der Prophet über die 4 Personen sagt, sie sind Ahli-l-bait, bedeutet es im arabischen nicht, dass NUR sie das sind und niemand sonst. Es heißt nur, sie gehören auch dazu. Abgesehen davon: Wenn dieses Hadith tatsächlich eine Exklusivität zum Ausdruck bringen würde, was wäre nach der shiitischen Interpretation dann mit den restlichen Imamen, die doch auch dazugehören sollen. Sie waren ja auch nicht mit unter dem Kleidungsstück. Logisch gesehen ist diese Argumentation also ebenfalls nicht haltbar.
Die Interpretatoren schrieben zu diesem Hadith: “Du hast deine Stellung“  gemeint ist im Sinne von: Du hast deine hohe Stellung schon in meinem Ahl und es gibt daher keine Notwendigkeit, dich unter die Decke zu nehmen. Mit anderen Worten, da Allah (subhana wa ta’ala) schon im Vers 33:33 den Frauen des Propheten (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) schon wollte, dass sie rein gehalten werden, war es nicht notwendig, dass der Prophet (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) Allah (subhana wa ta’ala) nochmals darum bittet. Auf der anderen Seite, waren Ali (möge Allah mit ihm zufrieden sein), Fatima (möge Allah mit ihr zufrieden sein), Hassan (möge Allah mit ihm zufrieden sein) und Hussain (möge Allah mit ihm zufrieden sein) nicht explizit im Vers 33:33 eingeschlossen, da sich der Vers wie wir aus dem Kontext gesehen haben auf die Frauen des Propheten (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) bezieht! Der Prophet (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) bat also im Hadith ul Kisaa’ zusätzlich darum, dass die genannten ebenfalls zu seinem Ahl gezählt werden sollen, und von Allah (subhana wa ta’ala) reingehalten werden.



Die Shiiten interpretieren diese Worte so, dass diese Leute keine Sünden machen, dass sie nie vergessen, vollkommen fehlerfrei sind, etc. Diese Interpretation ist vollkommen willkürlich. Die korrekte Vorgehensweise ist, den Qur’an mithilfe seiner selbst zu erklären (gleiche Worte an anderer Stelle) und den Offenbarungsgrund und –zusammenhang zu betrachten.
Es gibt an einer anderen Stelle im Qur’an einen Vers, der die gleichen Worte beinhaltet, wie der Vers über Ahli-l-bait:

Idha jughaschschikumu-n-nu<asa amanatan minhu wa junassliu <alaikum mina-s-sama’i ma’an lijutahirakum bihi wa judhhiba <ankum ridschsa-sch-schaitan…..(8:11)

Als Er Schläfrigkeit euch überkommen ließ als (Gefühl der) Sicherheit von Ihm und Wasser vom Himmel auf euch herabsandte, um euch damit zu reinigen und das Unheil/den Makel des Satans von euch zu entfernen….

Von wem ist hier die Rede? Diese Worte beziehen sich auf die Muslime, die in der Schlacht von Badr gekämpft haben! Diejenigen Gefährten, die von den Schiiten zum größten Teil zu Ungläubigen erklärt werden! Wenn die Bedeutung des Reinigens und des Entfernens des Makels tatsächlich Unfehlbarkeit bedeuteten, dann müsste sich diese also auch auf diese Gefährten erstrecken, die die Schiiten verfluchen und als Ungläubige und Höllenbewohner betrachten!


Montag, 2. Mai 2011

Der Shiitismus versus #Islam Teil5: Wie war das damals eigentlich genau mit Ali ibn Abi Talib?

Dieser Teil der islamischen Geschichte ist bei den Sunniten oft nicht so bekannt, weil sie - Gott sei Dank! - lieber in der Gegenwart leben und für die Zukunft arbeiten anstatt in der Vergangenheit gefangen zu sein. Und wenn man zurückblicken möchte, dann lieber auf die Geschichten des Propheten (sas) und der ruhmreichen Gefährten, die für uns Vorbilder sind. Aber es gibt Situationen, in denen es wichtig sein kann, die Geschichte zu kennen. Besonders, wenn die Informationen darin Licht auf die Gegenwart werfen und dabei helfen können, Falschheit zu entlarven. Ein Muslim wird nicht vom gleichen Loch zweimal gestochen! - so in etwa heißt es in einem Hadith. Wir dürfen nicht den gleichen Fehler zweimal machen. Damals haben es die Gegner des Islam geschafft, durch Intrigen und die Verbreitung von Lügen und durch das Erschleichen von Vertrauen gefolgt von schlechter Beratung und Verführung, die Muslime zu spalten und gegeneinander aufzuwiegeln. Wir sollten wachsam sein, so etwas nicht noch einmal geschehen zu lassen!



Um die Geschichte des Islam richtig verstehen zu können, ist es wichtig, die Ereignisse zu betrachten, die mit Ali ibn Abi Talib in Verbindung stehen, und die, wie in der präferierten Ansicht über die Entstehung des Shiitismus beschrieben, maßgeblich daran beteiligt waren. Wie wir gehört haben, schreiben viele der heutigen Shiiten Ali Göttlichkeit zu oder zumindest die Stufe eines unfehlbaren Imams, der das Verborgene kennt usw. Sind solche Aussagen durch sein Leben gerechtfertigt? Hat Ali selbst irgendeinen Anlass zu dieser übertriebenen Art der Verherrlichung gegeben? Über Ali ibn Abi Talib (möge Allah mit ihm zufrieden sein) kursieren sehr viele Geschichten und Mythen und man muss sehr vorsichtig dabei sein, was man als wahr annimmt und was nicht. Die Sabaiten haben zur Rechtfertigung ihrer Behauptungen, nur Ali sei berechtigt, der Nachfolger Muhammads (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm)  zu sein, viele Geschichten und Heldentaten und Wunder erfunden und Ali zugeschrieben. Was für ein Mensch war Ali aber wirklich, und was hat er zu all dem gesagt? Betrachten wir hier die gesicherten historischen Ereignisse so, wie sie sich tatsächlich zugetragen haben: (Quelle: Die Rechtgeleiteten Kalifen, Islamische Bibliothek, ISBN: 3-8217-0077-7)
Ali (möge Allah mit ihm zufrieden sein) war in der Tat einer der hervorragenden Gefährten und über seine Rechtschaffenheit besteht kein Zweifel. Auch gehört er zu den 10 Gefährten, denen zu Lebzeiten des Propheten Muhammad (Allahs Segen und Heil auf ihm) das Paradies versprochen wurde. Er wird sich vor der Vergötterung durch manche Gruppen unter den Muslimen so hüten, wie auch Jesus dies am Jüngsten Tag tun wird. Ali war ein Vetter des Propheten Muhammad (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) und war zudem der erste Junge, der sich zum Islam bekannte - damals 10 Jahre alt. Er wuchs nach dem 5. Lebensjahr im Haus des Propheten auf, da sein Vater, der Onkel des Propheten Abu Talib, bei dem Muhammad (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) aufgewachsen war, sehr arm war. Ali war für seinen Mut bekannt, seine Reinheit und seine Weisheit. Er konnte mit wenigen Worten viel ausdrücken. Außerdem war er außerordentlich stark und muskulös und sah dem Propheten (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) ähnlich. Durch seine enge Gemeinschaft mit dem Propheten (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) war er auch mit dem Qur’an sehr gut vertraut: Er wusste wann, wo und warum die Verse offenbart wurden und hatte daher ein tiefes Verständnis von der Offenbarung. Als Kind übernahm er die Aufgabe, die Wahrheitssucher, die nach Mekka kamen, um den Propheten zu treffen, zu ihm zu bringen. Dies musste heimlich geschehen und erforderte viel Menschenkenntnis und Weisheit, um sie und den Propheten keiner Gefahr auszusetzen. Er war auch derjenige, der im Bett des Propheten schlief, als dieser nach Medina auswandere und vor seinem Haus die versammelten Männer der Quraisch standen, um ihn zu ermorden. Jeder andere hätte große Angst gehabt, dass die Männer ins Haus vordringen und ihn im Schlaf erstechen, aber Ali schlief sehr ruhig in dieser Nacht, weil der Prophet ihm gesagt hatte, es werde ihm nichts geschehen. Er gab den Leuten ihre Sachen zurück, die sie beim Propheten aufbewahren ließen und folgte ihm dann zu Fuß (über 300 Kilometer!), weil er kein Reittier hatte und es aber nicht abwarten konnte. Später heiratete er Mohammeds Tochter Fatimah, die damals 18 Jahre alt war. Sie waren 8 Jahre lang bis zu Fatimas Tod glücklich verheiratet und hatten 4 Kinder: Hassan, Hussain, Zainab und Umm Kulthum. Nach Fatimas Tod heiratete Ali noch viele Male und hatte von diesen Frauen 14 Jungen und 19 Mädchen. Er nannte seine Söhne auch nach den verstorbenen Khalifen Abu Bakr, Omar und Uthman, denn die Liebe unter diesen hervorragenden Gefährten des Propheten (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) war sehr groß. Ali (möge Allah mit ihm zufrieden sein) war ein großer Kriegsheld in den Schlachten der Muslime, der auch oft die vorangehenden Zweikämpfe für die Muslime erfolgreich gewann, wie z.B. in Badr und der Grabenschlacht. Ein wichtiges Ereignis war z.B. die Schlacht um Khaibar. Dort lebten erbitterte Feinde des Islam; Juden, die immer wieder die umliegenden Völker zum Kampf gegen die Muslime ermutigten und aufhetzten. Die Festung von Khaibar wurde von 10.000 Juden bewacht, die mit einem Proviant von 1 Jahr ausgerüstet waren. Die Muslime waren nur 1400. Sie belagerten Khaibar 2 Wochen lang ohne Erfolg und die Moral war am Boden. Dann sagte Muhammad (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) zu den Gefährten:  „Morgen gebe ich das Banner jemandem, der Allah und seinen Propheten liebt und von ihnen geliebt wird und Allah wird ihm den Sieg schenken.“ Jeder hoffte, er würde dieser Gefährte sein, aber es war Ali (möge Allah mit ihm zufrieden sein). Ali war überrascht, da er ein krankes Auge hatte und schlecht sehen konnte. Muhammad (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) aber wischte mit seinem Speichel über das Auge und es war sofort geheilt. Dann stürmte Ali die Festung und die Juden fragten ihn nach seinem Namen. Als er antwortete, riefen sie vor Entsetzen aus: “Wir sind verloren!“ Denn es stand in ihren Überlieferungen, dass Khaibar von einem Mann erobert würde, der Ali ibn Abi Talib hieße. Beim Kampf verlor er sein Schild und fand nichts anderes als eine Tür, um sich vor Angriffen zu schützen. Er trug diese schwere Tür wie ein Schild und als nach dem Kampf 8 Männer die Tür hochheben wollten, schafften sie es nicht.
Als Muhammad (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) nach Tabuk zog, bat er Ali, bei seiner Familie und den Muslimen zurückzubleiben. Dies fiel ihm sehr schwer, denn er war kämpferisch. Die Heuchler lästerten und sagten: Der Prophet liebt Ali nicht und wollte ihn los sein. Als Ali dies hörte, begann er zu weinen und eilte der Armee hinterher zum Propheten. Er berichtete ihm von den Aussagen der Heuchler. Muhammad (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) sagte zu ihm: „Sie lügen. Bist du nicht zufrieden, dass du zu mir bist, wie Aaron zu Moses? Nur dass nach mir kein Prophet mehr kommt.“ Als Moses die 10 Gebote empfing, lies er Aaron bei seinem Volk als Stellvertreter zurück, der auf sie aufpassen sollte. So wollte auch Muhammad Ali als Schutz der Muslime vor den Heuchlern und Feinden des Islam in Medina zurücklassen, denn er genoss sein vollstes Vertrauen.
Nach dem Tod des Propheten (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) wusch Ali (möge Allah mit ihm zufrieden sein) ihn mit einigen Gefährten, während die anderen sich mit der Nachfolge beschäftigten und sich auf Abu Bakr einigten. Ali zögerte zunächst, den Treueschwur zu leisten. Nach dem Grund gefragt sagte er: „Ich war traurig, dass ich nicht an der Beratung teilgenommen habe. Aber da es keine Absicht war und es dich getroffen hat, bin ich versöhnt. An die Menschen gewandt sprach er dann : „Auch ich sehe Abu Bakr als den am Berechtigsten an, denn er hat vom Propheten den Auftrag bekommen, das Gebet zu leiten, obwohl ich weder abwesend noch krank war. Wenn der Prophet (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) es gewollt hätte, so hätte er mich das Gebet leiten lassen. Und er ist nicht überraschend gestorben oder ermordet worden. Der Prophet (der Friede und Segen Allahs seien auf ihm) hat Abu Bakr unsere Religion anvertraut, wie könnten wir ihm nicht unsere weltlichen Dinge anvertrauen?“
Ali leistete seinen Treueeid allen 3 Khalifen und war ihr treuer Berater. Nach Uthmans Ermordung gab es drei Tage lang keinen Khalifen. Medina war vollständig in der Gewalt der Aufrührer. Jene schlugen Ali als neuen Khalifen vor, welcher sich aber zunächst weigerte. Doch jemand musste dafür sorgen, dass das Leben in der Hauptstadt wieder normal verlief. Ali besprach sich mit den Gefährten, die noch in Medina waren und sie sagten, er solle sich bereitfinden, dem Volk zu dienen und die Ummah unter sich zu vereinen. So willigte er schließlich ein und wurde vierter Khalif des Islam. Er ging in die Prophetenmoschee um den Treueschwur der Muslime entgegen zu nehmen. Malik Al-Astar war der erste, der ihm die Treue gelobte, andere folgten ihm. Einige Gefährten sagten nun zu Ali: „Du bist jetzt Khalif. Deine erste Pflicht ist es, die Mörder Uthmans zu bestrafen. Unter dieser Vorraussetzung haben wir dir die Treue gelobt“. Ali erwiderte: „Ich will Uthmans Tod nicht ungerächt lassen, aber ihr müsst warten, denn die Verhältnisse sind noch nicht normal. Die Aufrührer sind noch zu mächtig in Medina. Wir befinden uns in ihrer Gewalt, und meine eigene Stellung ist unsicher. Deshalb wartet bitte noch. Sobald die Verhältnisse es erlauben, will ich meine Pflicht tun.“ Diese Antwort stellte nicht alle zufrieden. Die Aufrührer erfuhren von diesen Meinungsverschiedenheiten. Sie waren sicher, dass der neue Kalif sie bestrafen würde, sobald die Umstände dies zuließen. Ihre einzige Hoffnung lag im Fortdauern der Unruhen. Sie brauchten nur eine Partei gegen die andere auszuspielen. Überall säten sie Misstrauen mit dem Ziel, die Vertreter der öffentlichen Meinung zu entzweien. Kufa und Syrien missachteten daraufhin öffentlich die Autorität des neuen Khalifen, indem sie die von ihm ernannten neuen Gouverneure nicht akzeptierten. Muawija in Syrien sandte einen Boten zu Ali mit einem Brief, in dem er sofortige Rache an Uthmans Mördern forderte. Auch Aischa, Tochter von Abu Bakr und Witwe des Propheten Muhammad (Allahs Segen und Heil auf ihm) wandte sich gegen ihn. Sie forderte die Menge auf, den Tod Uthmans zu rächen, woraufhin ihr Hunderte von Männern folgten. Auch Talha und Zubair, zwei der Männer, denen das Paradies versprochen wurde, boten ihr ihre Hilfe und Unterstützung an. Aischa machte sich an der Spitze einer starken Streitmacht auf den Weg nach Al-Basra um dort weitere Truppen zur Verstärkung zu gewinnen. Mit den Männern, die unterwegs dazustießen, bestand ihr Heer aus ca. 3000 Mann. Der dortige Gouverneur kämpfte um Al-Basra, wurde schließlich jedoch besiegt und gefangengenommen. Dies geschah im Jahre 36 n.H. Talha und Zubair begannen sogleich nach Leuten zu suchen, die am Aufstand gegen ’Uthman teilgenommen hatten. Hunderte wurden aufgegriffen und verhört. Eine große Anzahl wurde vor Gericht gestellt und viele von ihnen wurden für schuldig befunden und getötet. Ali war durch die offene Rebellion in dieser Provinz sehr beunruhigt und beschloss, zunächst von Muawija abzulassen. Die Ordnung im Irak musste erst wieder hergestellt werden. Vor Ort kam es zu einer Aussprache der Gefährten, die die Herzen beruhigte und Ali gab strenge Anweisung, dass niemand auch nur einen Pfeil abschießen dürfe. In der Nacht bat er Allah (subhana wa ta'ala), den Muslimen den Schrecken eines Bürgerkrieges zu ersparen.  ’Abdullah Ibn Saba und seine Helfer sahen in dieser Nacht jedoch ihre letzte Gelegenheit und unternahmen einen plötzlichen Angriff auf Aischas Heer. Schnell war die Schlacht in vollem Gange. Talha und Zubair wurden von dem Lärm überrascht. Auf die Frage hin, was denn los wäre, teilte man ihnen mit, dass Ali einen Nachtangriff gestartet hätte. Auch Ali war überrascht und auf seine Frage sagten ihm die Gefolgsleute von ’Abdullah Ibn Saba, dass Talha und Zubair einen Angriff gestartet hätten. Hunderte von Muslimen fielen auf beiden Seiten durch diese Intrige. Auch Talha starb und Zubair floh vom Schlachtfeld. Der größte Teil von Aischas Streitmacht kam um, aber ein hartnäckiges Gefecht tobte noch um ihr Kamel herum. Sie saß auf dem Rücken des Tieres und leitete den Kampf. Schließlich befahl Ali einem seiner Männer, dem Kamel die Hinterbeine abzuschlagen, welcher dies auch tat. Das Kamel fiel auf die Vorderbeine, wobei der Rückensitz mit Aischa darin herunterfiel. Die Schlacht war damit beendet und sie ging unter dem Namen „Kamelschlacht“ in die Geschichte ein. Aischa wurde unverletzt aus dem Sitz genommen, mit aller Hochachtung, die ihr gebührte. Ali trat zu ihr mit den Worten: „Wie geht es dir?“ Aischa erwiderte: „Alles ist in Ordnung, Allah möge dir verzeihen!“ „Und er möge auch dir deinen Fehler verzeihen!“, antwortetet Ali. Nach einigen Tagen schickte Ali Aischa unter der Obhut ihres Bruders Muhammad Ibn Abi Bakr nach Medina zurück. Kurz vor ihrer Abreise scharrte sie einige Männer um ihr Kamel und sprach: „Ihr habt euch gegenseitig nichts vorzuwerfen. Bei Allah, zwischen mir und Ali hat es keine Feindschaft gegeben. Ich halte Ali für einen guten Mann.“ Ali sagte darauf: „Sie hat ganz recht, und sie nimmt eine hohe Stellung in unserem Glauben ein; hier auf Erden und in der kommenden Welt ist sie die geehrte Frau des Gesandten Allahs!“ Er begleitete sie noch viele Kilometer und kehrte dann zurück, um die Ordnung in Al-Basra wieder herzustellen. Er nahm dem Volk den Treueschwur ab und ernannte ’Abdullah Ibn Abbas zum Gouverneur. Trotzdem die Stadt die Waffen gegen ihn erhoben hatte, erließ er eine Generalamnestie und einige der Sabaiten entkamen.

Ali konnte nun seine Aufmerksamkeit auf  Muawija richten. Mit Ausnahme von Syrien hatte das ganze islamische Reich ihn als Khalif anerkannt. In Kufa besaß Ali eine sehr große Anhängerschaft und die Staatseinkünfte im Irak waren reichlicher als in Medina, so wählte er es als neue Hauptstadt. Er schickte Unterhändler zu Muawija, um ihn aufzufordern, Ali als rechtmäßigen Khalifen anzuerkennen. Dieser blieb jedoch bei seiner vorherigen Position und wollte seine Macht erhalten. Ali zog mit einem großen Heer aus Kufa los und unterwegs schloss sich ihm das Heer des Gouverneurs aus Al-Basra an. Nachdem sie den Euphrat überquert hatten, errichteten sie ein Feldlager in Siffin. Muawija war gut vorbereitet. Durch die Aufstachelung Muawijas befand sich das Volk in einer Hysterie. Uthmans blutgetränktes Hemd und Na’ilas abgeschlagene Finger wurden oft in der Hauptmoschee von Damaskus gezeigt und bewegende Geschichten wurden über die tragische Ermordung des Khalifen verbreitet. Ein Sturm der Entrüstung war das Ergebnis und Tausende von Syrern schworen, Uthmans Tod zu rächen. Beide Heere waren bereit, sich miteinander zu messen. Zwei Tage lang geschah nichts. Am dritten Tag sandte Ali drei Unterhändler zu Muawija. Die Unterhändler kehrten mit leeren Händen zurück und ein Kampf war unausweichlich. Jedoch wollte niemand mit den Gefechten beginnen. Sie hofften aufrichtig, dass noch ein Weg gefunden würde, den Bürgerkrieg abzuwenden. Nach weiteren vergeblichen Einigungsversuchen, gab Ali schließlich am Abend des letzten Tages des Al-Muharram im Jahre 37 n.H. den Befehl, Muawijas Heer am nächsten Morgen anzugreifen. Nach etlichen Tagen erbitterter Schlacht hatte Alis Heer einen klaren Vorteil errungen und seine Generäle starteten einen kraftvollen Angriff. Muawijas Truppen wankten und er beriet sich mit ’Amr Ibn Al-’As. Nach wenigen Minuten wurden an den Speeren der Syrer Qur’an- Bücher sichtbar. Sie riefen:
„Dies ist das Buch Allahs, lasst es zwischen uns entscheiden. Wer soll die westlichen Grenzen verteidigen, wenn wir vernichtet werden und wer die östliche, wenn es euch trifft?“ Ali rief aus: „Dies ist eine vom Feind aufgestellte Falle! Fallt nicht hinein, kämpft weiter! Der Sieg ist schon in Sicht! Ich kenne Muawija, ’Amr Ibn Al-’As, Habib Ibn Muslima, Ibn Abi Sara und Ibn Abi Sa’id schon von Kindheit an. Dies ist eine List, die euch täuschen soll!“ Als ’Ali seinem Befehl Nachdruck verlieh, sagten die Leute: „Entweder befiehlst du die Einstellung des Kampfes, oder wir machen mit dir das gleiche wie mit Uthman!“ Der Khalif fühlte sich hilflos. Seine eigenen Männer halfen den Gegnern, indem sie ihm eine Entscheidung aufzwangen, von der er wusste, dass sie falsch war. Widerwillig ließ er den Kampf einstellen. Muawija schlug vor, aus jeder Partei einen Richter zu benennen, welche einen Eid schwören sollten, sich ausschließlich vom Qur’an leiten zu lassen. Das Urteil der beiden sollte für alle bindend sein. Muawija ernannte ’Amr Ibn Al-’As, womit seine Leute zufrieden waren. Alis Vorschläge wurden aber in seinem Feldlager so lange abgelehnt, bis er sagte: „Tut, was ihr wollt.“, und sie einen Mann wählten, der nur wenig vertrauenswürdig war, namens Abu Musa. Alis Anhänger spalteten sich bald darauf in zwei Gruppen. Eine stand für das Abkommen und die andere sah darin etwas, das dem Qur’an widersprach. Als der Khalif wieder in seiner Hauptstadt Kufa war, erhoben sich dort etwa 12.000 Mann gegen das Abkommen und verließen ihn. Sie bildeten eine neue Partei mit Sait Ibn Rabi als Anführer. Ihre Politik war: „Allah allein gehört der Gehorsam. Unsere Pflicht ist es, anderen zu sagen, dass sie Gutes tun und Böses meiden sollen. Ali und Muawija irren sich beide. Muawijas Irrtum besteht darin, dass er den rechtmäßigen Khalifen Ali nicht anerkennt. Und Alis Irrtum ist die Aufnahme von Friedensgesprächen mit Muawija, den man hätte erschlagen müssen. Er hat eine klare Forderung des Qur’ans missachtet und Menschen zu seinen Richtern bestellt. Wir wollen zuerst gegen diese beiden Männer kämpfen. Wenn wir die Macht erzwungen haben, werden wir eine soziale Ordnung in Übereinstimmung mit dem Buch Allahs errichten.“ Diese Chawāriğ waren strenge Puritaner. Sie sprachen lange Gebete, kleideten sich einfach und waren äußerst rechtschaffen in ihrem Verhalten. Treue zu einem Khalifen jedoch war in ihren Augen Personenkult, welches für sie ein schweres Verbrechen darstellte. Kaltblütig wurden Männer und Frauen getötet, die sagten, dass sie Anhänger des Khalifen seien.
Es dauerte ganze sechs Monate, bis die beiden Richter sich in der Grenzstadt Daumatu-l-Ğandal trafen. Jeder hatte 400 Mann dabei. Auch unparteiische Männer hohen Ranges nahmen auf Wunsch Muawijas am Treffen teil. Die beiden Richter schrieben alle Punkte auf, in denen sie übereinstimmten. Dies bezog sich auf ihren Glauben an die Gesandtschaft Muhammads , das rechtmäßige Khalifat Abu Bakrs und Omars und schließlich auch an die Rechtmäßigkeit des Khalifats von Uthman und das Unrecht seiner Ermordung. Dann bestand ’Amr jedoch darauf, dass Muawija als Blutsverwandter Uthmans das Recht hätte, die Mörder zu strafen, wann und wo er wollte. Abu Musa erwiderte, dass genau dieser Streit sich zu einer Plage für das Volk entwickelt habe. Er machte den Vorschlag, dass weder Ali noch Muawija Khalif sein sollten, denn weder die Syrer, noch die Iraker würden den jeweils anderen als Khalifen anerkennen. So berieten sie sich über geeignete Kandidaten, konnten sich aber nicht einigen und beschlossen schließlich, dass das Volk selbst seinen Kalifen wählen sollte. Amr war damit einverstanden und nun sollte der Schiedsspruch verkündet werden. Er ließ Abu Musa den Vortritt, welcher sagte: „Wir sind übereingekommen, weder Ali noch Muawija als Khalifen anzuerkennen. Ihr sollt einen anderen wählen, der euch geeignet erscheint.“ Dann stand ’Amr auf und sagte: „Ich halte Ali nicht für geeignet, Khalif zu sein. Nach meiner Meinung ist Muawija der richtige Mann für dieses Amt.“

Der Schiedsspruch erwies sich als üble Täuschung, was einen großen Aufruhr verursachte. Die Hoffnung auf Frieden und Ordnung schwand und alle ehrbaren Leute verließen den Platz voller Abscheu. Ali musste sich noch um Muawija kümmern, jedoch die Gefahr, die von den Chawāriğ ausging, war ernster und erforderte ganze Aufmerksamkeit. So führte er ein Heer nach Nahrwān und sandte zunächst zwei ausgewählte Gefährten zu den Führern der Chawāriğ, um sie zur Vernunft zu überreden. Diese wollten aber nicht hören. Als Ali (möge Allah mit ihm zufrieden sein) verlangte, dass diejenigen ausgeliefert werden, welche die Muslime getötet hätten, erwiderten die Chawāriğ, dass sie alle daran beteiligt wären und es auch weiterhin nicht unterlassen würden. Der Kalif bot jedem, der die Chawāriğ verließ und nach Kufa oder Medina käme, Sicherheit für sein Leben. Viele nahmen dieses Angebot an, so dass nur noch 3000 der Chawāriğ übrig waren. Die Schlacht begann und das Heer der Chawāriğ wurde fast vollständig vernichtet. Sie führten dennoch weiter fort, wo sie auch landeten Unruhe zu stiften. Nach der Niederlage der Chawāriğ wollte Ali nach Syrien ziehen, jedoch seine Krieger wollten nicht mehr. Sie verlangten etwas Zeit zum Ausruhen. Sie zogen zurück nach Kufa. Nach einiger Zeit bat Ali sie, sich für einen Feldzug nach Syrien bereitzuhalten, doch die Männer zeigten keine Neigung dazu und Alis Appelle stießen auf taube Ohren. Je mehr Zeit verging, desto klarer wurde dem Khalifen, dass er nicht mehr in der Lage sein würde, eine zweite Armee gegen Muawija zu führen. Muawijja dagegen sammelte seine Kräfte zur Eroberung Ägyptens und brachte diese Provinz unter seine Kontrolle. Er erhob nach dem Schiedsspruch offen den Anspruch auf das Khalifat. Muawija war taktisch und diplomatisch geschickt darin, Ali den Boden unter den Füßen wegzuziehen. Seine Agenten zogen im Land umher und hetzten das Volk gegen den Khalifen auf. Muawija war bald in der Lage, Alis Feldlager anzugreifen. Ali bat in feurigen Reden um Unterstützung, aber seine Anhänger ließen sich nicht aufrütteln. Muawijas Überfälle im Land verängstigten das Volk. Die Chawāriğ waren ebenso gegen Ali wie gegen Muawija, und der Bürgerkrieg, der endlos schien, war ihnen zuwider. Sie berieten sich in Mekka und kamen zu Schluss, dass Muawija, ’Amr Ibn Al-’As und Ali die Hauptfiguren in diesem Drama seien. Wenn man diese drei Männer beseitigen würde, wäre die Welt des Islam all ihre Unruhen los. Drei der Chawāriğ erklärten sich bereit, dies zu übernehmen. Am genannten Tag führten die drei Männer ihre mörderischen Aufträge aus. Muawija entkam leicht verletzt, der Attentäter wurde gefasst und getötet. ’Amr Ibn Al-’As war an diesem Tag krank und ein anderer, der an diesem Tag an seiner Stelle das Gebet leitete, wurde erschlagen. Auch dieser Mörder wurde ergriffen und hingerichtet. Ibn Mulğam hatte sich mit zwei anderen Chawāriğ während der Nacht in der Hauptmoschee von Kufa versteckt. Wie üblich kam Ali am Freitagmorgen in die Moschee, um den Leuten zu sagen, sie sollen sich auf das Gebet vorbereiten. Da sprang plötzlich einer der Verschwörer auf ihn zu und verletzte ihn mit dem Schwert am Kopf. Der Khalif stürzte zu Boden, und jetzt fiel Ibn Mulğam über ihn her und hieb ihm mit dem Schwert auf den Kopf. Blut strömte hervor und Alis Bart färbte sich rot. Er rief den Umherstehenden, die wie gelähmt waren, zu:„Haltet meinen Mörder!“ Ibn Mulğam und seine Helfer wurden überwältigt. Als es klar wurde, dass für ihn keine Hoffnung mehr bestand, ließ er seine Söhne rufen und gab ihnen den Rat, gut zu sein und dem Islam zu dienen. Jemand fragte: „Sollen wir nach dir Hassan die Treue geloben?“ „Ich sage euch nicht, dass ihr es tun sollt, noch verbiete ich es euch. Tut, was ihr für richtig haltet“, erwiderte Ali (möge Allah mit ihm zufrieden sein). Dann ließ er seine Söhne Hassan und Hussain (möge Allah mit ihnen zufrieden sein) an sein Bett herantreten und sprach:
„Dies ist mein Vermächtnis: Fürchtet Allah und strebt nicht nach weltlichen Dingen. Sehnt euch nicht nach Unerreichbarem. Seid immer wahrhaftig, barmherzig und hilfreich. Helft den Unterdrückten und haltet die Hand des Gewalttäters zurück. Folgt den Geboten des Qur’an, ohne euch darum zu kümmern, was andere sagen.“ Mit Alis Tod (möge Allah ihm Barmherzigkeit erweisen) ging das ruhmreichste Kapitel in der Geschichte des Islam zu Ende. Die große islamische Tradition, politische Macht mit selbstauferlegter Bedürfnislosigkeit und selbstlosem Dienen zu vereinen, verschwand mit ihm. Ali war der letzte rechtgeleitete Khalif, der sein Amt so ausübte, wie es dem islamischen Geist der Gleichheit entspricht. Nachdem Hassan zugunsten von Muawijja auf das Khalifat verzichtet hatte, um weiteres Blutvergießen zu vermeiden, wurde die Führung der Ummah zu einer Art Königtum.
Rufen wir uns noch mal folgenden Qur’anvers in Erinnerung:

Sag: Ich vermag mir weder Nutzen (zu verschaffen) noch Schaden (zuzufügen), soweit es Allah nicht anders will. Wenn ich das Verborgene wüsste, würde ich mir (auf Grund dieser höheren Einsicht) viel Gutes verschaffen und hätte nichts Böses zu leiden. Ich bin (aber) nichts als ein Warner und ein Verkünder froher Botschaft für Leute, die gläubig sind. (Al Araaf:188)

Kann man nun, nachdem man die Ereignisse im Leben Alis gesehen hat, über ihn sagen, dass er Kenntnis über das Verborgene besessen habe? Hat er nicht sehr viel erlitten, ist mehrfach von seinen Feinden ausgetrickst worden und wurde am Ende sogar ermordet? Es ist ganz klar, dass Ali die Bedingungen nicht erfüllt, die die Shiiten ihren Imamen zusprechen und keine solchen Eigenschaften besitzt.

Abschließend bleibt zu sagen, dass in der letzten Amtszeit des Khalifen Uthman das bis heute dunkelste Kapitel islamischer Geschichte begann und eine große Fitna (Spaltung, Intrigen, Aufruhr). Während die Sunniten jedoch nach vorne blicken und diese Zeit nur betrachten, um Lehren für die Zukunft daraus zu ziehen, verweilen die Shiiten in dieser schweren und unschönen Epoche und wühlen und bohren darin herum, obgleich weder wir noch sie etwas daran ändern können, da es schon längst geschehen und vorbei ist. So wird bei ihnen vor allem Streit, Unruhe und Hass hervorgehoben und gepredigt, obgleich der Islam viel mehr und besser ist als dies und man lieber seine schönen Seiten und Errungenschaften betrachten und hervorheben sollte.