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Mittwoch, 24. August 2011

Jesus (der Friede sei mit ihm) im Qur'an 3: Der größte Fehler der Kirche - die Lehre der Dreieinigkeit

In diesem Post kommen wir zu dem wohl größten Unterschied zwischen der Lehre der Kirche und dem Islam: die Lehre der Dreieinigkeit. Die Kirche lehrt, dass Gott aus dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist bestünde. Dies war keinesfalls immer so, denn die frühen Christen kannten dieses Dogma nicht, welches erst durch ein Vatikanisches Konzil ins Leben gerufen wurde (nachzulesen im Detail in der Serie: Die Verschwörung der Freunde Satans - die Rolle der Führung der katholischen Kirche). Die Muslime haben mit dieser Lehre ein ernsthaftes Problem, da es die Grenze überschreitet, welche diejenigen, die ihr folgen, zu Götzendienern macht und damit zu Ungläubigen. Der Glaube an die Teilhaberschaft von irgendjemandem oder irgendetwas an der Allmacht Allahs ist nach islamischer Auffassung Schirk; eine Sünde, die Allah nicht vergibt, solange man an ihr festhält. Deshalb wird im Qur'an eindringlich davor gewarnt, der Lehre der Dreieinigkeit anzuhängen und sich damit selbst der Gnade Allahs zu berauben:


  1. Ablehung der Dreieinigkeitslehre


An-Nisa

O Leute der Schrift, übertreibt nicht in eurem Glauben und sagt von Allah nichts als die Wahrheit. Wahrlich, der Messias, Jesus, Sohn der Maria, ist nur der Gesandte Allahs und Sein Wort, das Er Maria entboten hat und von Seinem Geist. Darum glaubt an Allah und Seinen Gesandten, und sagt nicht: „Drei.“ Lasst (davon) ab – das ist besser für euch. Allah ist nur ein einziger Gott. Es liegt Seiner Herrlichkeit fern, Ihm ein Kind zuzuschreiben. Sein ist, was in den Himmeln und was auf Erden ist; und Allah genügt als Anwalt. (4:171)


Im Qur’an wird unterschieden zwischen den Götzendienern und den Schriftbesitzern, die eine Rechtleitung erhalten haben. Götzendienst ist eine sehr schwere Sünde und die Christen werden immer wieder eindringlich gewarnt, nicht in diese Falle zu tappen, indem sie einen Menschen zum Gott erklären.


Al-Maida

Und auch mit denen, die sagen: „Wir sind Christen“, schlossen Wir einen Bund; auch diese haben dann einen Teil von dem vergessen, wozu sie gemahnt wurden. Darum erregten wir Feindschaft und Hass unter ihnen bis zum Tage der Auferstehung. Und Allah wird sie wissen lassen, was sie getan haben. O Leute der Schrift, Unser Gesandter ist nunmehr zu euch gekommen, um euch vieles zu enthüllen, was ihr von der Schrift geheim gehalten habt, und (er ist zu euch gekommen,) um gegen vieles Nachsicht zu üben. Wahrlich, zu euch sind ein Licht von Allah und ein klares Buch gekommen. Damit leitet Allah jene, die Sein Wohlgefallen suchen, auf die Wege des Friedens, und Er führt sie mit Seiner Erlaubnis aus den Finsternissen zum Licht und führt sie auf den geraden Weg. Wahrlich, ungläubig sind diejenigen, die sagen: „Allah ist der Messias, der Sohn der Maria.“


Der Römische Kaiser Konstantin, der vom Heidentum zum Christentum übertrat. Wählte ohne genauere Kenntnis des Christentums, die letztere Ansicht. Er ließ seine Anhänger gegen ihre Widersacher kämpfen und vertrieb die Anhänger anderer Glaubensrichtungen, insbesondere diejenigen, die an die alleinige Gottheit des Vaters und die menschliche Natur Jesu glaubten.


Sprich: „Wer vermochte wohl etwas gegen Allah (auszurichten), wenn Er den Messias, den Sohn der Maria, seine Mutter und jene, die allesamt auf der Erde sind, vernichten will? Allahs ist das Königreich der Himmel und der Erde und dessen, was zwischen beiden ist. Er erschafft, was Er will; und Allah hat Macht über alle Dinge. Und es sagen die Juden und die Christen: „Wir sind die Söhne Allahs und seine Lieblinge.“ Sprich: „Warum bestraft Er euch dann für eure Sünden? Nein, ihr seid Menschen von denen, die Er erschuf.“ Er vergibt, wem er will, und Er bestraft, wen er will. Und Allahs ist das Königreich der Himmel und der Erde und dessen, was zwischen beiden ist, und zu Ihm ist die Heimkehr. O Leute der Schrift, zu euch ist nunmehr Unser Gesandter nach einer Zeitspanne zwischen den Gesandten gekommen, um euch aufzuklären, damit ihr nicht sagen könnt: „Kein Bringer froher Botschaft und kein Warner ist zu uns gekommen. Und Allah hat Macht über alle Dinge. (5:17-19)


Die Juden und die Christen wollten mit ihrer Behauptung, sie seien Allahs Kinder und Lieblinge, sagen, dass Allah sie für ihre Vergehen nicht bestrafen werde, und dass sie in die Hölle nur für einige Tage kommen würden, wenn überhaupt. Das würde aber heißen, dass Allahs Gerechtigkeit nicht ihren Lauf nehmen wird, und dass Er – der Erhabene – einige Seiner Diener bevorzugt und sie auf Erden Unheil stiften lässt, ohne sie dafür zu bestrafen wie die anderen Unheilstifter. Was für ein Unheil würde aus dieser Vorstellung entstehen!


Wahrlich, ungläubig sind diejenigen, die sagen: „Allah ist der Messias, der Sohn der Maria“, während der Messias doch selbst gesagt hat: „O ihr Kinder Israels, betet zu Allah, meinem Herrn, und eurem Herrn.“ Wer Allah Götter zur Seite stellt, dem hat Allah das Paradies verwehrt, und das Feuer wird seine Herberge sein. Und die Frevler sollen keine Helfer finden. Wahrlich, ungläubig sind diejenigen, die sagen: „Allah ist der Dritte von dreien“; und es ist kein Gott da außer einem Einzigen Gott. Und wenn sie nicht von dem, was sie sagen, Abstand nehmen, wahrlich, so wird diejenigen unter ihnen, die ungläubig bleiben, eine schmerzliche Strafe ereilen. Wollen sie sich denn nicht reumütig Allah wieder zuwenden und Ihn um Verzeihung bitten? Und Allah ist Allverzeihend, Barmherzig. Der Messias, Sohn der Maria, war nur ein Gesandter; gewiß, andere Gesandte sind vor ihm dahingegangen. Und seine Mutter war eine Wahrhaftige; beide pflegten Speise zu sich zu nehmen. Siehe, wie Wir die Zeichen für sie erklären, und siehe, wie sie sich abwenden. Sprich: „Wollt ihr statt Allah das anbeten, was nicht die Macht hat, euch zu schaden oder zu nützen?“ Und Allah allein ist der Allhörende, der Allwissende. Sprich: „O Leute der Schrift, übertreibt nicht zu Unrecht in eurem Glauben und folgt nicht den bösen Neigungen von Leuten, die schon vordem irregingen und viele irregeführt haben und weit vom rechten Weg abgeirrt sind.“ (5:72-77)


Vergleiche Matthäus 4:10: „Du sollst anbeten Allah, deinen Herrn, und ihm allein dienen.“ Oder Lukas 18:19: „Was heißest du mich gut? Niemand ist gut als Allah allein.“ Jesus bezeichnete sich selbst nie als Sohn Allahs; dieser Titel wurde ihm wahrscheinlich von anderen verliehen und besagt nicht mehr, als dass sie ihn als den Messias anerkannten. Dass die trinitarische Taufformel nicht auf Jesus zurückgeführt werden kann, ist offenkundig und wird von allen unabhängigen Textkritikern anerkannt (Daryabadi)

Vergleiche Markus 12:29-30: „Jesus aber antwortete ihm: Das vornehmste Gebot ist das: Höre Israel, der Herr, unser Allah, ist allein der Herr. Und du sollst Allah, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüte und von all deinen Kräften.“ (Yusuf Ali)

Dass er Nahrung zu sich genommen hat ist im Leben Jesu – Allahs Friede sei mit ihm – sowie im Leben seiner wahrhaften Mutter eine Tatsache. Sie ist eine Eigenheit von erschaffenen Lebewesen und ein Zeichen des Mensch-Seins von Jesus und seiner Mutter. Wer Nahrung zu sich nimmt, stillt damit ohne Zweifel ein menschliches Bedürfnis, und es kann kein Allah sein, der dies tut, um zu leben. Denn Allah lebt, besteht und erhält Sich Selbst, ohne Essen zu benötigen. (Qutb)

Sowohl Jesus als auch seine Mutter waren sterbliche Menschen. (Daryabadi)


Und wenn Allah sprechen wird: „O Jesus, Sohn der Maria, hast du zu den Menschen gesagt: „Nehmt mich und meine Mutter als Götter neben Allah?“ wird er antworten: „Gepriesen seiest Du. Nie könnte ich das sagen, wozu ich kein Recht hatte. Hätte ich es gesagt, würdest Du es sicherlich wissen. Du weißt, was in meiner Seele ist, aber ich weiß nicht, was Du in dir hegst. Du allein bist der Allwissende des Verborgenen. Nichts anderes sagte ich zu ihnen, als das, was Du mich geheißen hattest: „Betet Allah an, meinen Herrn und euren Herrn.“ Und ich war ihr Zeuge, solange ich unter ihnen weilte, doch nachdem Du mich abberufen hattest, bist Du ihr Wächter gewesen; und Du bist der Zeuge aller Dinge. Wenn Du sie bestrafst, sind sie Deine Diener, und wenn Du ihnen verzeihst, bist Du wahrlich der Allmächtige, der Allweise.“ (5:116-118)


An-Nisa

171. O ihr Besitzer der Schrift! Begeht keine Übertreibung in eurer Religion.Und sagt nichts über Allah außer der Wahrheit. Wahrlich, der Messias, Jesus, der Sohn Marias, ist ein Gesandter Allahs und Sein Wort, das Er Maria zuteil werden ließ. Und Er gab ihm von Seinem Geist. Darum glaubt fest an Allah und Seine Gesandten und sprecht nicht Dreieinigkeit. Hört auf damit, das ist besser für euch. Wahrlich, Allah ist ein Einziger Gott. Gepriesen sei Er -wie könnte Er einen Sohn haben! Ihm gehört, was in den Himmeln und auf Erden ist. Und Allah genügt als Sachwalter.


Ebenso wie ein törichter Diener den Fehler begehen kann, in seinem Eifer für seinen Herrn zu weit zu gehen, so können in der Religion menschliche Übertreibungen oder Blasphemie führen oder etwas dem Geist dieser Religion völlig Entgegengesetztes bewirken. Die jüdischen Übertreibungen in Richtung auf Formalismus, Rassismus, Exklusivität und die Ablehnung Jesu sind anderswo an vielen Stellen angeprangert worden. Hier wird die christliche Haltung verurteilt, die Jesus zur Gottgleichheit erhebt, in einigen Fällen Maria fast abgöttisch verehrt, Allah einen leiblichen Sohn zuschreibt, und eine Dreieinigkeitslehre entwickelt hat, die der Vernunft völlig widerspricht und an die nach der Athanasischen Lehre jeder glauben muss, wenn er nicht zur Hölle verdammt werden will. Wir Muslime sollten uns davor hüten, in Exzesse zu verfallen, sei es in der Lehre oder im Formalismus. (Yusuf Ali)

Er ist sein Wort: Das heißt, durch Sein Wort geboren. (Daryabadi)

Er hat Jesus erschaffen durch den Befehl zum menschlichen Dasein, so wie an anderer Stelle im Qur’an gesagt ist: "Er erschafft, was Ihm gefällt. Wenn Er eine Sache beschließt, so spricht Er zu ihr: "Sei!", und sie ist." (Sura 3:47). Dieses schöpferische Wort gab Er Maria ein und schuf damit Jesus ohne leiblichen Vater, so wie Er Adam, Gottes Segen und Frieden auf ihm, ohne Eltern geschaffen hat. (Qutb)

Hier wird Jesus als "Geist von Allah" bezeichnet, und in Sura 2:253 wird gesagt, Allah habe Jesus mit dem "Heiligen Geist unterstützt". In beiden Fällen bedeutet dies, dass Allah Seinem Propheten Jesus einen Heiligen Geist geschenkt hat, der mit höchsten Tugenden erfüllt und eine Vollkommenheit an Wahrheit und Rechtschaffenheit war, ohne jeden Schatten des Bösen. Obwohl die Christen ursprünglich die gleiche Lehre erhalten hatten, überschritten sie auch in dieser Hinsicht das Maß und verwechselten den "Geist von Allah" mit "Allahs Geist" und veränderten den Sinn von "Heiliger Geist" in "Geist Allahs selbst", der in Jesus, Allahs Segen und Frieden auf ihm, eingegangen sei. Auf diese Weise entstand eine dritte Gottheit, der "Heilige Geist", neben Allahs und Jesus, Allahs Segen und Frieden auf ihm, woraus die Lehre von der Dreieinigkeit wurde, das heißt, die Lehre der Einheit der drei Personen (Vater, Sohn und Heiliger Geist) in einem Gott. (Maududi)

Bezüglich des Ausdruckes "ruhun minhu" ("Geist von Ihm") ist anzumerken, dass ruh im Quran auf verschiedene Weise gebraucht wird, beispielsweise im Sinne von "Inspiration" in Sura 2:87 und 53, aber auch in seiner ursprünglichen Bedeutung von "Lebensatem", "Seele" oder "Geist". So heißt es beispielsweise in Sura 32:9, wo von der ständig sich erneuernden Entwicklung des menschlichen Embryos die Rede ist: "... und dann formt Er ihn (den Menschen) und haucht ihm von Seinem Geist ein," das heißt, Er stattet ihn mit einer bewussten Seele aus, die Allahs größtes Geschenk für den Menschen ist und deshalb als "Hauch Seines Geistes" beschrieben wird. In diesem Vers, der die rein menschliche Natur Jesu betont und den Irrgedanken an seine Göttlichkeit zurückweist, unterstreicht der Quran, dass Jesus wie alle anderen Menschen eine "von Ihm erschaffene Seele" war. (Asad)


Der Messias hält es nicht für unter seiner Würde, ein Diener Allahs zu sein, und auch die Engel nicht, jene die Ihm am nächsten sind. Und wer den Dienst an Ihm für unter seiner Würde hält und hochmütig ist -Er wird sie allesamt bei Sich versammeln. (4:172)


Der Messias Jesus, der Sohn Marias, wird sich niemals zu erhaben fühlen, ein Diener Allahs zu sein. Denn er -Friede sei mit ihm -weiß als Allahs Prophet und Gesandter am besten um die Wahrheit der Göttlichkeit und die der Dienerschaft. Er weiß, dass diese zwei Dinge verschieden und nicht mit einander zu vereinen sind. Und er weiß am besten, dass er ein Geschöpf Allahs ist, und Allahs Geschöpfe können niemals wie Allah oder ein Teil von Ihm sein. Der Rang eines Dieners Allahs könnte niemals ihre Würde als Mensch schmälern, und wer dies tut, leugnet die Schöpfung und die Entstehung. Allah zeichnet die Gesandten und mit ihnen die nahegestellten Engel, die von Ihm auf das höchste geehrt und gewürdigt werden, mit dieser Rangstufe. (Qutb)

Jesus wachte und betete oft als demütiger Diener Allahs, und nach biblischem Bericht war sein Ringen im Garten Gethsemane voller menschlicher Würde, Leiden und Demut (vergleiche Matthäus 26:36-46).(Yusuf Ali)


Doch was jene angeht, die den Imaan verinnerlichen und gute Werke tun, denen wird Er ihren vollen Lohn geben, und mehren aus seiner Huld. Und was jene angeht, die (dies) für unter ihrer Würde halten und hochmütig sind, die wird Er mit einer schmerzlichen Strafe belegen. Und sie werden außer Allah weder einen Beschützer noch einen Helfer finden. (4:173)


At-Tauba

Und die Juden sagen, Esra sei Allahs Sohn, und die Christen sagen, der Messias sei Allahs Sohn. Das ist das Wort aus ihrem Mund. Sie ahmen die Rede derer nach, die vordem ungläubig waren. Allahs Fluch über sie! Wie sind sie (doch) irregeleitet! Sie haben sich ihre Schriftgelehrten und Mönche zu Herren genommen außer Allah; und den Messias, den Sohn der Maria. Und doch war ihnen geboten worden, allein den Einzigen Gott anzubeten. (9:30)


Yunus

Sie sagen: „Allah hat sich einen Sohn genommen.“ Gepriesen sei Er! Er ist der Sich-Selbst-Genügende. Sein ist, was in den Himmeln und was auf der Erde ist. Ihr habt keinen Beweis hierfür. Wollt ihr von Allah etwas behaupten, was ihr nicht wisset? Sprich: „Jene, die eine Lüge gegen Allah erdichten, werden keinen Erfolg haben.“ Eine Weile Genuss in dieser Welt – dann werden sie zu Uns heimkehren. (10:69)


Mariam

Und sie sagen: „Der Allerbarmer hat Sich einen Sohn genommen.“ Wahrhaftig, ihr habt da etwas Ungeheuerliches begangen! Beinahe werden die Himmel zerreißen und die Erde auseinander bersten und beinahe werden die Berge in Trümmern zusammenstürzen, weil sie dem Allerbarmer einen Sohn zugeschrieben haben. Und es geziemt dem Allerbarmer nicht, Sich einen Sohn zu nehmen. Da ist keiner in den Himmeln noch auf der Erde, der dem Allerbarmer anders denn als Diener sich nahen dürfte.(19:88-93)


Die Gläubigen

Allah hat sich keinen Sohn genommen, noch ist irgendein Gott neben Ihm; sonst würde jeder Gott mit sich fortgenommen haben, was er erschaffen hätte, und die einen von ihnen hätten sich sicher gegen die anderen erhöben. Gepriesen sei Allah und (Erhaben) über all das, was sie beschreiben! (23:91)


Der Goldschmuck

Sprich: „Hätte der Allerbarmer einen Sohn, so wäre ich der erste, der (ihn) angebetet hätte.“ Gepriesen sei der Herr der Himmel und der Erde, der Herr des Thrones, Der frei ist von all dem, was sie behaupten. So lass sie sich in eitler Rede ergehen und sich vergnügen, bis sie ihrem Tag begegnen, der ihnen angedroht wird. (43:81-83)


Nachkommen sind erforderlich, damit eine Person ihren Anteil zum Fortbestand der Menschheit leisten kann. Menschen verspüren darüber hinaus, das Bedürfnis, Kinder zu haben, die ihnen im Alter beistehen und im Krankheitsfall helfen. Gott ist ewig und bedürfnislos, Er braucht weder einen Sohn, um den Fortbestand Seiner Art zu sichern, noch um Ihm im Alter oder bei Enttäuschungen beizustehen. (Siddiqi)




Sonntag, 21. August 2011

Jesus (der Friede sei mit ihm) im Qur'an 2: Das Evangelium und die Kreuzigung

Dies ist die Fortsetzung der Zusammenstellung über die wichtigsten Verse im Qur'an über Jesus und verschiedene Lehren im Christentum. Zunächst betrachten wir die Verse über das Evangelium und die frühen Christen. Es sind versöhnliche Verse voller Hochachtung und Anerkennung. Im zweiten Teil dieses Posts geht es um ein Thema, welches - neben der Dreieinigkeitslehre - einen der wichtigsten Unterschiede zwischen den Christen und den Muslimen darstellen dürfte - die Vorstellung von der Kreuzigung Jesu. Nach christlicher Lehre ist Jesus am Kreuz gestorben und hat dadurch stellvertretend alle Sünden derjenigen getilgt, die an ihn glauben. Diese Lehre wird im Islam abgelehnt, und zwar aus mehreren Gründen:
  • Eine stellvertretende Sühne kann es nicht geben, da dies der Gerechtigkeit widerspricht und quasi einen Freibrief für Christen darstellt. Das Paradies erlangt jedoch nur derjenige, der sich aufrichtig bemüht auf Allahs Weg und nach Seinem Wohlgefallen trachtet. Jede Seele muss diesen Weg selbst beschreiten und trägt auch die alleinige Verantwortung dafür. Weder wird ihr dies von anderen erleichtert und etwas von ihren Sünden hinweggenommen, noch werden ihr die Sünden anderer Menschen aufgebürdet. Auch die Erbsünde ist aus islamischer Sicht damit ein Irrglaube.

  • Vergebung erlangt ein Mensch vor allem durch aufrichtige Hinwendung zu Allah mit der Bitte um Verzeihung, echte, gefühlte Reue über das Begangene, die feste Absicht von der Sünde abzulassen und die Umsetzung dieser Absicht in Taten, die Wiedergutmachung von begangenem Unrecht wenn möglich und die Verrichtung von guten Taten. Sie wird nicht erlangt, indem man sich töten lässt (es sei denn vielleicht, diese Strafe wäre von Allah für eine große Sünde wie Mord vorgesehen und der Mensch hätte vorher aufrichtig Tauba (Reue) gemacht) oder ein anderer für einen sein Leben opfert, noch indem man seine Sünden jemand anderem beichtet. Der angebliche Kreuzestod Jesu erfüllt also diese Kriterien nicht. Sogar laut der Bibel war sein Tod kein Opfer für andere, sondern die Hinrichtung eines angeblichen Verbrechers. Und diese hatte weder für andere eine errettende Wirkung, noch war es für ihn selbst eine Sühne, denn er war unschuldig.

  • Jesus (der Friede sei mit ihm) starb nicht am Kreuz. Dies wird uns im Qur'an deutlich gesagt. Es handelt sich bei dieser Lehre also um ein Konstrukt der Kirche, das bestimmte Ziele verfolgt und an der Realität vorbei geht. Wenn man die Kreuzigung Jesu als Christ genauer analysiert, so wird man sie sogar aufgrund der eigenen Lehren ablehnen müssen. Denn ist es denkbar, dass die Welt drei Tage lang ohne Gott existiert haben sollte?
Zunächst aber zum frühen Christentum:

3. Das Evangelium und die frühen Christen

Al-Maeda

Sicherlich findest du, dass unter allen Menschen die Juden und die Götzendiener die erbittertsten Gegner der Gläubigen sind. Und du wirst zweifellos finden, dass die, welche sagen: "Wir sind Christen" den Gläubigen am freundlichsten gegenüberstehen. Dies (ist so), weil es unter ihnen Priester und Mönche gibt und weil sie nicht hochmütig sind. (82)


Dies bedeutet nicht, dass sie sich lediglich als Christen bezeichnen, sondern dass sie so aufrichtige Christen sind, dass sie die Tugenden der Muslime schätzen können, wie es bei den Abessiniern der Fall war, zu denen die Muslime zur Zeit der Verfolgung in Makkah auswanderten. Sie sagten: „Wir sind zwar Christen, aber wir verstehen euren Standpunkt, und wir wissen, dass ihr gute Menschen seid.“ Sie sind im Herzen Muslime, was immer ihre äußere Bezeichnung sein mag. (Yusuf Ali)

Als der Prophet seine Schreiben mit dem Aufruf zum Islam an die Könige und Oberhäupter der verschiedenen Völker schickte, waren die Antworten der Christen unter ihnen die freundlichsten. Die wahre Ursache für die Feindschaft der einen und die Freundschaft der anderen war in der Geisteshaltung zu finden, die durch ihre religiösen Überlieferungen und Bräuche und durch ihre kulturelle und soziale Erziehung beeinflusst wurde. Der Qur’an weist in diesem Vers auf den Grund für die Zuneigung der Christen hin, unterlässt es aber, auf die Ursache für die Feindschaft der Juden und der Götzendiener den Muslimen gegenüber näher einzugehen, da dies in vielen Suren zur Genüge erklärt wird. (Al Manar)

Das II Vatikanische Konzil sagt in seiner „Erklärung über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen“ über den Islam: „Mit Hochachtung betrachtet die Kirche auch die Muslime, die den alleinigen Allah anbeten, den lebendigen und in sich seienden, barmherzigen und allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde, der zu den Menschen gesprochen hat. Sie bemühen sich, auch seinen verborgenen Ratschlüssen sich mit ganzer Seele zu unterwerfen, so wie Abraham sich Allah unterworfen hat, auf den der islamische Glaube sich gerne beruft.. Jesus, den sie allerdings nicht als Allah anerkennen, verehren sie doch als Propheten, und sie ehren seine jungfräuliche Mutter Maria … Überdies erwarten sie den Tag des Gerichts, an dem Allah alle Menschen auferweckt und ihnen vergilt. Deswegen legen sie Wert auf eine sittliche Lebenshaltung und verehren Allah besonders durch Gebet, Almosen und Fasten. Da es jedoch im Laufe der Jahrhunderte zu manchen Zwistigkeiten und Feindschaften zwischen Christen und Muslimen kam, ermahnt die Heilige Synode alle, das Vergangene beiseite zu lassen, sich aufrichtig um gegenseitiges Verstehen zu mühen und gemeinsam einzutreten für Schutz und Förderung der sozialen Gerechtigkeit, der sittlichen Güter und nicht zuletzt des Friedens und der Freiheit für alle Menschen.“ (Anm.d. Übers. des Qur’ans vom Bavaria Verlag.)I


Und wenn sie hören, was zu dem Gesandten herabgesandt worden ist, siehst du ihre Augen von Tränen überfließen ob der Wahrheit, die sie erkannt haben. Sie sagen: "Unser Herr, wir glauben, so schreibe uns unter die Bezeugenden. (83) Und weshalb sollten wir nicht an Allah glauben und an die Wahrheit, die zu uns gekommen ist, wo wir innig wünschen, dass unser Herr uns zu den Rechtschaffenen zählen möge? (84) Und um dessentwillen, was sie da gesagt haben, wird Allah sie mit Gärten belohnen, durch die Bäche fließen. Darin sollen sie ewig verweilen; und das ist der Lohn derer, die Gutes tun. (85)


Ein Beispiel für die Christen, auf die dieser Vers anspielt, ist der Abessinische Kaiser. Als Gafar, der Vetter des Propheten und Sprecher der muslimischen Auswanderer in Abessinien, dem Kaiser von den wunderbaren Veränderungen in ihrem Leben berichtete, die durch den Glauben an Muhammads Prophetentum und die Befolgung seiner Lehre bewirkt worden waren, brachte dieser den Wunsch zum Ausdruck, etwas von der göttlichen Offenbarung zu hören. Gafar trug daraufhin die einleitenden Verse der Sure Maryam vor, worin von den Geburt Jesu berichtet wird.. Davon waren der Kaiser und die ihn umgebenden Bischöfe zu Tränen gerührt, und der Kaiser rief: „Mir scheint, diese Worte und die, die Jesus offenbart wurden, sind Strahlen des Lichts, das von derselben Quelle herkommt!“ (Siddiqi)

Jesus selbst sagte die Ankunft des Propheten Muhammad voraus, wobei er ihn mit dem Namen „Geist der Wahrheit“ bezeichnete: „Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkünden…“ (Joh. 16:13). (Siddiqi)


Al-Maeda

Und hätten sie die Thora befolgt und das Evangelium und das, was zu ihnen von ihrem Herrn herabgesandt wurde, würden sie sicherlich über sich und zu ihren Füßen Nahrung finden. Es gibt unter ihnen Leute, die Mäßigung üben; doch viele von ihnen verrichten üble Dinge. (66) O du Gesandter! Verkünde, was zu dir von deinem Herrn herabgesandt wurde; und wenn du es nicht tust, so hast du Seine Botschaft nicht verkündigt. Und Allah wird dich vor den Menschen schützen. Wahrlich, Allah weist den ungläubigen Leuten nicht den Weg. (67) Sprich: "O Leute der Schrift, ihr fußt auf nichts, ehe ihr nicht die Thora und das Evangelium und das in die Tat umsetzt, was von eurem Herrn zu euch herabgesandt wurde."


„Die Thora und das Evangelium befolgen“ bedeutet, aufrichtig ihren Lehren zu folgen und den darin beschriebenen Lebensweg zu verwirklichen. In diesem Zusammenhang muss darin erinnert werden, dass die Bibel zweierlei Text enthält. Teile von ihr sind von jüdischen und christlichen Gelehrten hinzugefügt worden. Es liegt auf der Hand, dass der Qur’an nicht verlangt, diese Teile zu befolgen. Aber es gibt anderes, wie beispielsweise die Zehn Gebote oder die Aussagen von Moses, Jesus und anderen Propheten. Der Qur’an verlangt, sich an diesen zu orientieren, denn es gibt keinen wesentlichen Unterschied zwischen ihnen und den Lehren des Qur’an. Obwohl auch diese Teile der Bibel durch Übersetzung, Kommentare und so weiter manipuliert worden sind, spürt man, dass sie die gleichen grundlegenden Prinzipien lehren wie der Qur’an und den Menschen zu derselben Lebensweise anhalten. Wenn Juden und Christen zur Zeit des Propheten Muhammad dies praktiziert hätten, denn hätten sie den Islam nicht als etwas Fremdes empfunden, sondern als Fortsetzung des Weges, den sie bereits verfolgten.(Mawdudi)

Die Schlussfolgerung aus tatsächlicher Verwirklichung von Thora und Evangelium und „was ihnen von Allah offenbart wurde“ müsste folgerichtig der Anschluss an die Religion sein, die Muhammad verkündet hat. (Qutb)


Aber gewiss, das, was von deinem Herrn zu dir herabgesandt wurde, wird viele von ihnen in ihrem Aufruhr und Unglauben bestärken. Darum betrübe dich nicht über die ungläubigen Leute. (68) Jene, die geglaubt haben, und die Juden und die Sabäer und die Christen - wer an Allah glaubt und gute Werke tut -, keine Furcht soll über sie kommen, noch sollen sie traurig sein. (69)


Der Vers besagt, dass unabhängig von der Religionszugehörigkeit jeder, der an Allah und den Jüngsten Tag glaubt und das Rechte tut, gerettet ist, ohne Rücksicht auf Namen oder Titel, die er tragen mag (Qutb)


Al-Maeda

Und Wir ließen ihnen Jesus, den Sohn der Maria, folgen; zur Bestätigung dessen, was vor ihm in der Thora war; und Wir gaben ihm das Evangelium, worin Rechtleitung und Licht war, zur Bestätigung dessen, was vor ihm in der Thora war und als Rechtleitung und Ermahnung für die Gottesfürchtigen. (46) Und die Leute des Evangeliums sollen sich nach dem richten, was Allah darin offenbart hat; und die sich nicht nach dem richten, was Allah herabgesandt hat - das sind die (wahren) Frevler. (47)


Vergleiche Matthäus5:17-18: „Ihr sollt nicht wähnen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen, sondern zu erfüllen. Denn ich sage euch wahrlich: bis dass Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis dass es alles geschehe.“ (Daryabadi)


Und Wir haben das Buch mit der Wahrheit zu dir herabgesandt, das bestätigt, was von der Schrift vor ihm da war und darüber Gewissheit gibt; richte also zwischen ihnen
(nämlich den Schriftbesitzern, wenn sie als streitende Parteien deine Entscheidung suchen (Daryabadi) ) nach dem, was Allah herabgesandt hat und folge nicht ihren Neigungen, von der Wahrheit abzuweichen, die zu dir gekommen ist. Für jeden von euch haben Wir Richtlinien und eine Laufbahn bestimmt.


Der Qur’an bestätigt die Wahrheit früherer Offenbarungen (Daryabadi)

Bemerkenswert ist, dass hier ebenfalls das Wort „Kitab“ („Buch“) benutzt wird. Dadurch soll nämlich betont werden, dass der Qur’an und alle heiligen Schriften, die von Allah in verschiedenen Sprachen und verschiedenen Zeitaltern offenbart wurden, in Wirklichkeit ein und dasselbe „Buch“ sind, von demselben Urheber und mit derselben Absicht und Zielsetzung. Sie übermitteln der Menschheit dasselbe Wissen, mit dem einzigen Unterschied, dass sie in verschiedenen Sprachen abgefasst sind und verschiedene Methoden anwenden, um den Angesprochenen entgegenzukommen. (Mawdudi)

Nachdem die älteren Offenbarungen verändert worden waren, kam der Qur’an mit einem zweifachen Ziel: 1. die wahre, ursprüngliche Botschaft zu bestätigen, und 2. sie zu bewahren oder als Schlüssel zu ihrer Interpretation zu dienen.

Der Begriff „Schirah“ oder „Schariah“ bezecichnet wörtlich den „Weg zur Wasserstelle“, von woher Menschen und Tiere ihr lebenswichtiges Element beziehen, und wir im Qur’an gebraucht, um ein, für das soziale und geistige Wohl der Gemeinschaft notwendiges Gesetzessystem zu bezeichnen. Der Begriff „Minhag“ bedeutet demgegenüber „offene Straße“, gewöhnlich im abstrakten Sinne, nämlich „Lebensweg“. Beide Begriffe sind in ihrer Bedeutung eingeschränkter als „Din“, worin nicht nur die einer bestimmten Religion eigenen Gesetze enthalten sind, sondern auch die grundlegenden, unveränderlichen Wahrheiten, die nach qur’anischer Lehre von allen Gesandten Allahs verkündet wurden, während der spezielle Gesetzeskorpus „Schirah“ oder „Schariah“ und der jeweilige Lebensweg „Minhag“ entsprechend den Erfordernissen der Zeit und dem kulturellen Entwicklungsstand der Gemeinschaft variierte. Diese „Einheit in der Vielfalt“ wird im Qur’an oft betont.


Und wenn Allah gewollt hätte, hätte Er euch zu einer einzigen Gemeinde gemacht. Er wollte euch aber in alledem, was Er euch gegeben hat, auf die Probe stellen. Darum sollt ihr um die guten Dinge wetteifern. Zu Allah werdet ihr allesamt zurückkehren; und dann wird Er euch das kundtun, worüber ihr uneins waret. (48)

Hier kommt die Antwort auf die obige Frage: 1. Allah hat verschiedene Regelungen getroffen, um verschiedene Gemeinschaften in verschiedenen Zeitaltern entgegenzukommen. 2. Er will die Menschen prüfen, ob sie Seinen Geboten gehorchen. Wer das wahre Wesen und den Geist des göttlichen Weges erkennt und keine Vorurteile hat, wird die Wahrheit erkennen, in welcher Form sie auch kommt. Sie werden nicht zögern, neuen Geboten Allahs zu gehorchen. 3- Da es die Zielsetzung jedes Gesetzes ist, die Tugenden zu kultivieren, hat Allah den Menschen geboten, einander darin zu übertreffen, ohne Rücksicht auf die scheinbaren Unterschiede in den verschiedenen Gesetzessystemen. Wer die wirkliche Zielsetzung des Gesetzes erkennt, soll danach gemäß den Richtlinien des göttlichen Gesetzes streben. 4. Unterschiede, die durch Vorurteile, Verstocktheit und falsche Geisteshaltung entstanden sind, können weder in polemischen Symposien noch auf dem Schlachtfeld gelöst, sondern nur von Allah selbst am Tag des Gerichts entschieden werden. Dann wird die Wahrheit enthüllt, und die Menschen erkennen das Maß de Wahrheit oder Lüge, das in ihren Argumenten zu Lebzeiten steckte (Mawdudi)


2. Tod Jesu

An-Nisa

Und Wir erhoben anlässlich des Bundes mit ihnen den Berg über sie empor und sprachen zu ihnen: "Tretet durch das Tor in Unterwürfigkeit ein!" Und Wir sprachen zu ihnen: "Übertretet nicht das Sabbatgebot." Und Wir schlossen einen starken Bund mit ihnen. (154) Als sie dann ihren Bund brachen und die Zeichen Allahs verleugneten und die Propheten widerrechtlich töteten und sagten: "Unsere Herzen sind hinter einem Schleier" - aber nein, Allah hat diese wegen ihres Unglaubens verschlossen, so dass sie nur wenig glauben. (155) Und wegen ihres Unglaubens und wegen ihrer Behauptung, die sie gegen Maria mit einer enormen Lüge vorbrachten (156)


Die falsche Anschuldigung gegen Maria besagte, dass sie unkeusch gewesen sei. Eine solche Anschuldigung ist an sich schlimm genug jeder Frau gegenüber, gegenüber Maria, der Mutter Jesu, war sie gleichzeitig eine Verhöhnung Allahs Selbst. Der Islam schützt besonders den guten Ruf der Frau. Wer schlecht über eine Frau redet, muss seine Anschuldigung durch

vier Zeugen stützen, und wenn er das nicht kann, soll er mit achtzig Schlägen bestraft werden und nie wieder als Zeuge auftreten dürfen: Sure 24:4 (Yusuf Ali)


und wegen ihrer Rede: "Wir haben den Messias, Jesus, den Sohn der Maria, den Gesandten Allahs, getötet", während sie ihn doch weder erschlagen noch gekreuzigt hatten, sondern dies wurde ihnen nur vorgetäuscht; und jene, die in dieser Sache uneins sind, sind wahrlich im Zweifel darüber; sie haben keine Kenntnis davon, sondern folgen nur einer Vermutung; und sie haben ihn mit Gewissheit nicht getötet. (157) Vielmehr hat Allah ihn zu Sich emporgehoben, und Allah ist Allmächtig, Allweise. (158)


Allah, der alles tun kann, was immer Er will, erhob Jesus zu sich und rettete ihn vor der Kreuzigung, und derjenige, der später gekreuzigt wurde, wurde auf die eine oder andere Weise für Jesus gehalten. (Mawdudi)

Das Ende des irdischen Lebens Jesu ist ebenso in Mysterien gehüllt wie seine Geburt und der größte Teil seines persönlichen Lebens mit Ausnahme von drei Jahren seines Wirkens. Eine Erörterung der vielfältigen Zweifel und Vermutungen früh-christlicher Sekten und muslimischer Theologen führt zu nichts. In den christlichen Großkirchen gehört es zu den dogmatischen Hauptaussagen, Jesu sei gekreuzigt, gestorben und begraben worden und am dritten Tage auferstanden, und zwar körperlich mit den vorhandenen Wunden, sei an verschiedenen Stellen herumgewandert und habe mit seinen Jüngern gesprochen und gegessen, woraufhin er leiblich in den Himmel aufgenommen worden sei. Dies ist notwendig für die theologische Lehre des Blutopfers und der stellvertretenden Sühne für die Sünden, die vom Islam abgelehnt wird. Einige der frühen Christen glaubten nicht daran, dass Jesus am Kreuz gestorben sei. Die Basilidaner beispielsweise glaubten, er sei durch jemanden anderen ersetzt worden. Die Docetäer nahmen an, Jesus habe niemals einen wirklichen physischen oder materiellen Körper gehabt, lediglich einen Scheinkörper, und dass seine Kreuzigung nicht wirklich stattgefunden habe, sondern nur scheinbar. Das Macidonische Evangelium besagt, Jesus sei nicht geboren, sondern lediglich in Menschengestalt erschienen.

Der Qur’an lehrt, dass Jesus von den Juden nicht getötet und nicht gekreuzigt wurde, ungeachtet einiger scheinbarer Umstände, die in den Augen seiner Feinde diese Illusion verursachten; dass Erörterungen, Zweifel und Vermutungen über diese Angelegenheit zwecklos sind; und dass er zu Allah erhöht wurde (Yusuf Ali)

Unter den Muslimen kursieren zahlreiche Legenden, die schildern, wie Allah im letzten Augenblick Jesus durch eine Person ersetzte, die ihm äußerlich stark ähnelte (einige Berichte besagen, dies sei Judas gewesen) und an seiner Stelle gekreuzigt wurde. Keine dieser Legenden ist jedoch im Qur’an oder in authenischen Überlieferungen belegt, und die in diesem Zusammenhang von klassischen Kommentatoren übermittelten Geschichten müssen insgesamt zurückgewiesen werden. Sie bilden lediglich Versuche, die qur’anische Aussage, Jesus sei nicht gekreuzigt worden, mit der dramatischen Schilderung seiner Kreuzigung in den Evangelien zu „harmonisieren“. Die Kreuzigungsgeschichte an sich ist im Qur’an kurz und bündig erklärt mit den Worten „wa lakin subbiha lahum“ („es erschien ihnen nur so“), die besagen, dass im Laufe der Zeit, lange nach Jesu Wirken, irgendwie eine Legende entstanden ist (möglicherweise unter dem Einfluss Mithraistischer Vorstellungen), er sein gestorben, um für die „Ursünde“ zu sühnen, mit der die Menschheit belastet sein soll; und diese Legende breitete sich so unter den späteren Anhängern Jesu aus, dass selbst seine Feinde anfingen, daran zu glauben, wenn auch in einem herabwürdigenden Sinne (Kreuzigung war zu jenen Zeiten eine entwürdigende Form der Todesstrafe, die nur den verachtetsten Verbrechern vorbehalten war.) (Asad)


Und es gibt keinen unter den Leuten der Schrift, der nicht vor seinem Tod daran glauben wird; und am Tage der Auferstehung wird er ein Zeuge gegen sie sein. (159)


Frühere Kommentatoren waren uneinig darüber, was „vor seinem Tod“ in diesem Vers bedeutet. Einige übersetzten: „Es gibt keinen unter den Schriftbesitzern, der nicht vor seinem – nämlich Jesu –Tod an Jesus glaube,“ gemäß einer Überlieferung, dass er kurz vor dem Jüngsten Tag noch einmal kommen wird. Eine andere Interpretation ist: „Es gibt keinen der Schriftbesitzer, der nicht vor seinem – nämlich vor seinem eigenen –Tod an Jesus glaubt,“ nach der Darstellung, dass der Mensch auf der Schwelle des eigenen Todes die Wahrheit erkennt, was ihm aber nichts mehr nützen kann. Persönlich neige ich zu letzterer Ansicht. (Qutb)

Nach den ersten drei Büchern des Neuen Testaments hat Jesus lediglich die Beziehung von Mensch und Allah mit einer Beziehung zwischen Vater und Sohn verglichen und für Allah metaphorisch das Wort Vater benutzt, so wie es bei den Israeliten damals üblich war. Dafür gibt es im Alten Testament zahlreiche Belege. Jesus nannte Allah "Vater" in dem Sinne, wie es sein Volk. tat. Er bezeichnete Allah nicht nur als seinen Vater, sondern als den Vater aller Menschen. Dennoch übertrieben die Christen dahingehend, dass sie ihn als Allahs einzigen Sohn bezeichneten, aufgrund der Annahme, er sei Allahs Manifestation, die Inkarnation Seines Wortes und Sein Heiliger Geist. Darüber hinaus glauben sie, Allah habe Seinen einzigen Sohn in diese Welt geschickt, damit er die Last der menschlichen Sünden auf sich nimmt und sich für die Sünden der Menschen kreuzigen lässt. Diese Vorstellung ist offensichtlich das Produkt ihres eigenen Wunschdenkens, denn keine Aussage Jesu stützt sie. (Maududi)



Mittwoch, 17. August 2011

Jesus (der Friede sei mit ihm) im Quran 1: Abstammung und Geburt Jesu

Was viele Christen nicht wissen: Jesus (der Friede sei mit ihm), wird im Islam als Prophet und Gesandter hoch geehrt und mehrfach erwähnt. Sie denken, dass der Islam das Christentum bestenfalls toleriert und sind überrascht, wenn sie lesen, mit wie viel Anerkennung und Wohlwollen im Qur'an von Maria, Jesus und dem Evangelium erzählt wird und mit wie viel Sorgfalt der Qur'an versucht, Irrlehren zu korrigieren, die sich im Laufe der Zeit in die Lehre der Kirche eingeschlichen haben. Dabei wird man zwischen der christlichen und der islamischen Version der Geschichte mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede finden.
Dies ist nun eine Zusammenstellung der wichtigsten Verse im Qur'an zu diesem Thema, versehen mit einigen Erläuterungen.
Sie soll ein Beitrag zur Verständigung zwischen den Religionen sein, der nachdenklich machen will und helfen soll, Vorurteile abzubauen und Klarheit zu schaffen.

  1. Abstammung und Geburt Jesu


Sure Al-E-Imran

"Wahrlich, Allah erwählte Adam und Noah und das Haus Abraham und das Haus `Imran vor allen Welten, (33) ein Geschlecht, von dem einer aus dem anderen stammt, und Allah ist Allhörend, Allwissend. (34)


Die Propheten in der jüdisch-christlich-muslimischen Linie bilden tatsächlich eine Familie. Doch ist dies in noch weiterem Sinne zu verstehen, denn alle Allah zugewandten Menschen stellen geistig eine Familie dar. Wir kommen nun zur Geschichte Jesu und einleitend wird von der Geburt Marias, seiner Mutter, berichtet sowie parallel von der Johannes des Täufers, der ein Sohn von Zacharias war. Sowohl Maria wie auch Johannes Mutter Elisabeth entstammen der Familie von Imran, die sich bis zu Moses und Aaron zurückverfolgen lässt (Yusuf Ali)


Damals sagte die Frau `Imrans: "Mein Herr, siehe, ich gelobe Dir, was in meinem Leibe ist, zu weihen; so nimm es von mir an; siehe, Du bist der Allhörende, der Allwissende." (35)

Und als sie es (wörtlich: sie, d.h. ein Mädchen) geboren hatte, sagte sie: "Mein Herr, siehe, ich habe es als Mädchen geboren." Und Allah wusste wohl, was sie geboren hatte; denn der Knabe ist nicht wie das Mädchen. "Und ich habe sie Maria genannt, und siehe, ich möchte, dass sie und ihre Nachkommen bei Dir Zuflucht nehmen vor dem gesteinigten Satan." (36)


Damals wurden Knaben, die dem Tempel dienen sollten, Allah geweiht. Also tat Marias Mutter in der sicheren Erwartung eines Sohnes, dieses Gelübte. Als sie sah, dass sie ein Mädchen geboren hatte, wandte sie sich entschuldigend an Allah: „.. ich habe ein Mädchen zur Welt gebracht..“ Sie meinte, es könne ihm nicht so dienen, wie ein Junge. (Qutb)

„Dass der Knabe nicht gleich dem Mädchen ist“ – wörtlich: dass das Männliche nicht gleich dem Weiblichen ist – kann bedeuten, dass Marias Vorzüglichkeit weit größer war als was sich ihre Mutter von dem Kind erhofft hatte, das sie erwartete (Siddiqi)

Die Worte: „Ich habe sie Maria genannt“ enthalten zugleich eine Bitte an Allah, das Mädchen mit großen Vorzügen auszustatten und es so gut zu machen, wie es ihr Name besagt, der „erhaben“ und hingebungsvolle Gottesdienerin“ bedeutet. (Aqrab)


Und so nahm sie Allah gnädig an und ließ sie in schöner Weise in der Obhut des Zacharias heranwachsen. Sooft Zacharias zu ihr in den Tempel hineintrat, fand er Speise bei ihr. Da sagte er: "O Maria, woher kommt dir dies zu?" Sie sagte: "Es ist von Allah; siehe, Allah versorgt unbegrenzt, wen Er will." (37)


Das heißt der Zacharias des Neuen Testaments, von dem Allah sagt, dass er ohne Fehl und Tadel sei: „In den Tagen des Herodes, des Königs von Judäa, lebte ein Priester namens Zacharias aus der Priesterklasse der Abija, und seine Frau war von den Töchtern Aarons und ihr Name Elisabeth. Beide aber waren gerecht vor Allah, wandelten untadelig in allen Geboten und Satzungen des Herrn. Sie hatten kein Kind, weil Elisabeth unfruchtbar war, und beide waren schon in vorgerücktem Alter. (Lukas 1,5-7). Zacharias war Marias Onkel mütterlicherseits, also der Gatte von Hannas Schwester. (Daryabadi)

Allah vertraute sie Zacharias an als Belohnung für ihre Ergebenheit und Treue und um sie auf eine für sie und ihre Umwelt ungewöhnliche Geburt vorzubereiten: auf die Geburt Jesu. Sie wuchs, von Allahs Gaben überhäuft, auf und sogar Zacharias, der Prophet, sah all diese Segnungen mit Staunen. Auch diese ungewöhnlichen Ereignisse sollten für Maria ein Zeichen und Hinweis auf das bevorstehende Wunder der Erschaffung Jesu sein. (Qutb)

Maria wuchs unter Allahs besonderem Schutz heran. Ihre Nahrung, unter der man sowohl ihre Speise wie auch ihre geistige Nahrung verstehen sollte, kam von Allah, Der sie wahrhaftig auf das Schönste heranwachsen ließ – wörtlich: Er ließ sie zu schönem Wuchs heranwachsen. In einigen apokryphen christlichen Schriften ist davon die Rede, dass sie wie eine Taube im Tempel heranwuchs bis sie zwölf Jahre alt war. (Yusuf Ali)


Dort rief Zacharias seinen Herrn an und sagte: "Mein Herr, gib mir als Geschenk von Dir gute Nachkommenschaft, wahrlich, Du bist Der Erhِörer des Gebets." (38) Und da riefen ihm die Engel zu, während er zum Gebet in dem Tempel stand: "Siehe, Allah verheißt dir Johannes, den Bestätiger eines Wortes von Allah, einen Vornehmen, einen Asketen und Propheten, einen von den Rechtschaffenen." (39) Er sagte: "Mein Herr, soll mir ein Knabe (geschenkt) werden, wo mich das Alter doch überkommen hat und meine Frau unfruchtbar ist?" Er sprach: "Allah tut ebenso, was Er will." (40) Er sagte: "Mein Herr, gib mir ein Zeichen." Er sprach: "Dein Zeichen ist, dass du drei Tage lang zu den Menschen nicht sprechen wirst außer durch Gesten. Und gedenke deines Herrn häufig und preise Ihn am Abend und am Morgen." (41)


Zacharias war bis zu dieser Zeit kinderlos geblieben. Mit dem hingebungsvoll frommen Mädchen – Maria – vor Augen, erwachte auch in ihm die Sehnsucht nach einem guten Kind. (Mawdudi)

Der Hauptzweck dieser Ausführungen ist es, den Christen ihren Irrtum vor Augen zu halten, wenn sie Jesus für den Sohn Allahs halten und ihn anbeten. Die außergewöhnliche Geburt Johannes des Täufers ist im Qur’an als Einleitung zur folgenden Argumentation gegen diesen Irrglauben angeführt. Die wunderbare Geburt Jesu gibt ihm genauso wenig ein Anrecht auf Göttlichkeit, wie die außergewöhnliche Geburt Johannes, die in derselben Familie auf andere aber gleichfalls ungewöhnliche Weise stattgefunden hat, diesen dazu berechtigt, Göttlichkeit zu beanspruchen. (Mawdudi)

Die Erfüllung dieser Bitte war selbst für Zacharias eine Überraschung, die bei ihm eine freudige Ungeduld angesichts des bevorstehenden Ereignisses auslöste. Und um sich zu beruhigen und seine letzten Zweifel zu zerstreuen, bat er Allah um ein Zeichen für das Eintreten dieses Wunders. Dieses Zeichen war dann, dass seine Zunge sich nicht mehr bewegte, wenn er zu den Menschen sprach, sich aber löste, sobald er sich Allah im Gebet zuwandte (Qutb)


Und damals sprachen die Engel: "O Maria, siehe, Allah hat dich auserwählt und gereinigt und erwählt vor den Frauen der Welten. (42) O Maria, sei vor deinem Herrn voller Andacht und wirf dich nieder und beuge dich mit den Sich-Beugenden.“ (43)


Somit beginnt an dieser Stelle auch die Vorbereitung Marias auf ihre ungewöhnliche Rolle als Jungfrau und Mutter. Die Betonung der Reinheit Marias soll dem Gemunkel der Israeliten entgegenwirken. Diese vermuteten nämlich, dass hinter der wundersamen Geburt Jesu ein unehrenhaftes Verhalten Marias stecke (Qutb)


Dies ist eine der Verkündungen des Verborgenen, die Wir dir offenbaren. Denn du warst nicht bei ihnen, als sie ihre Losröhrchen warfen, wer von ihnen Maria pflegen sollte. Und du warst nicht bei ihnen, als sie miteinander stritten. (44)


Dadurch, dass der Prophet – Friede sei mit ihm – über etwas berichtet, das er nicht selbst miterlebt hat, wird auf eindrucksvolle Weise die Echtheit von Allahs Offenbarung demonstriert. Bei der im Vers erwähnten Begebenheit handelt es sich um das Losverfahren, das die Entscheidung um die Vormundschaft für Maria bringen sollte. Dieses Verfahren war offenbar geheim, denn es wird weder im Alten noch im Neuen Testament erwähnt. Der Qur’an hat also den Juden und ihren Hohepriestern enthüllt, was außer ihnen kein Mensch, - auch nicht der Prophet Muhammad – Friede sei mit ihm – wissen konnte. (Qutb)


Damals sprachen die Engel: "O Maria, siehe, Allah verkündet dir ein Wort von Ihm; sein Name ist der Messias, Jesus, der Sohn der Maria, angesehen im Diesseits und im Jenseits, und einer von denen, die (Allah) nahestehen. (45) Und reden wird er in der Wiege zu den Menschen und auch als Erwachsener, und er wird einer der Rechtschaffenen sein." (46) Sie sagte: "Mein Herr, soll mir ein Sohn (geboren) werden, wo mich doch kein Mann berührte?" Er sprach: "Solcherart ist Allahs (Beschluss). Er erschafft, was Er will. Wenn Er etwas beschlossen hat, spricht Er nur zu ihm: »Sei!«


Die Geburt Jesu war ein sichtbarer Beweis der unendlichen göttlichen Allmacht, denn einzig durch das Aussprechen des Wortes „Sei“ vermochte Maria zu empfangen, ohne dass dazu ein Mann da sein musste. In diesen Worten liegt aber auch die eindeutige Zurückweisung der Göttlichkeit Jesu Christi. Wie könnte man ihn als Allah ansehen und annehmen, er sei Teilhaber an der Göttlichkeit des Schöpfers, nachdem er selbst durch einen Befehl Allahs erschaffen worden ist) (Siddiqi)


Und Er wird ihn das Buch lehren und die Weisheit und die Thora und das Evangelium (48) und er wird ein Gesandter für die Kinder Israels sein, (zu denen er sprechen wird :) "Seht, ich bin zu euch mit einem Zeichen von eurem Herrn gekommen. Seht, ich erschaffe für euch aus Ton die Gestalt eines Vogels und werde in sie hauchen, und sie soll mit Allahs Erlaubnis ein Vogel werden; und ich heile den Blindgeborenen und den Aussätzigen und mache die Toten mit Allahs Erlaubnis lebendig, und ich verkünde euch, was ihr esst und was ihr in eueren Häusern aufspeichern sollt. Wahrlich, darin ist ein Zeichen für euch, wenn ihr gläubig seid. (49)


Das Wunder der Lehmvögel ist ein einigen der apokryphen Evangelien zu finden; das des Heilens der Blinden und Aussätzigen und des Auferweckens der Toten in den kanonischen Evangelien. Das ursprüngliche Evangelium besteht nicht aus den verschiedenen Geschichten, die erst später von den Jüngern aufgeschrieben worden sind, sondern aus der Botschaft, die Jesus selbst verkündet hat. (Yusuf Ali)


Und als ein Bestätiger der Thora, die vor mir da war, und um euch einen Teil von dem zu erlauben, was euch verboten war, bin ich zu euch gekommen mit einem Zeichen von eurem Herrn. So fürchtet Allah und gehorcht mir; (50) wahrlich, Allah ist mein Herr und euer Herr, darum dienet Ihm. Dies ist ein gerader Weg." (51)


Jesus zeigt das wahre Christentum: Er bestätigt ausdrücklich die Thora und bringt lediglich einige Erleichterungen von Allah. Denn Allah hatte den Juden zur Strafe für ihre Untreue einige Dinge, die ihnen zuerst erlaubt gewesen waren, verboten. Jesus kam nun als Zeichen Allahs für Seine Barmherzigkeit mit der Wiederaufhebung dieser Verbote (Qutb)


Und als Jesus ihren Unglauben wahrnahm, sagte er: "Wer ist mein Helfer (auf dem Weg) zu Allah?" Die Jünger sagten: "Wir sind Allahs Helfer; wir glauben an Allah, und (du sollst) bezeugen, daك wir (Ihm) ergeben sind. (52) Unser Herr, wir glauben an das, was Du herabgesandt hast, und folgen dem Gesandten. Darum führe uns unter den Bezeugenden auf." (53) Und sie schmiedeten eine List, und Allah schmiedete eine List; und Allah ist der beste Listenschmied. (54)


Nach den Plänen der ungläubigen Juden sollte Jesus am Kreuz sterben, nachdem sie ihn der Lüge und Gaukelei schuldig befunden hätten. DerAllwissende machte jedoch alle Pläne zunichte, indem er ihren Propheten durch einen natürlichen Tod zu Sich holte und einen ihm Ähnlichen an seiner Statt am Kreuze sterben ließ. (Qutb)


Damals sprach Allah: "O Jesus, siehe, Ich will dich verscheiden lassen und will dich zu Mir erhöhen und will dich von den Ungläubigen befreien und will deine Anhänger über die Ungläubigen setzen bis zum Tag der Auferstehung. Alsdann werdet ihr zu Mir wiederkehren, und Ich will zwischen euch richten über das, worüber ihr uneins waret. (55)


Dies sollte zusammen gelesen werden mit 4:157-158, wo gesagt wird, dass Jesus weder gekreuzigt noch getötet worden ist, sondern zu Allah erhoben wurde (Yusuf Ali)

Die Art und Weise, in der Jesus von seinem Herrn abberufen und zu Sich geholt wurde, ist allein Allahs Geheimnis. Dem Menschen bleibt sie verborgen.


Was aber die Ungläubigen anbelangt, so werde Ich sie schwer im Diesseits und im Jenseits bestrafen; und sie werden keine Helfer finden. (56) Was aber diejenigen anbelangt, die glauben und gute Werke tun, so wird Er ihnen ihren vollen Lohn geben. Und Allah liebt nicht die Ungerechten. (57) Dies verlesen Wir dir von den Zeichen und der weisen Ermahnung. (58) Wahrlich, Jesus ist vor Allah gleich Adam; Er erschuf ihn aus Erde, alsdann sprach Er zu ihm: "Sei!" und da war er. (59) (Dies) ist die Wahrheit von deinem Herrn! Darum sei keiner der Zweifler. (60)


So wie Adam ohne Vater und Mutter nur auf den Befehl „Sei!“ entstanden ist, wurde auch Jesus ohne Vater allein auf Allahs Gebot „Sei!“ erschaffen. (Siddiqi)

Die Geburt Jesu ist nach menschlichen Maßstäben ungewöhnlich. Vergleicht man sie aber mit der Erschaffung Adams, so verliert sie ihre Mysteriösität. Aber eben jene Besitzer der Offenbarung, welche die Tatsache der Erschaffung Adams aus Staub akzeptieren, erdichten plötzlich Legenden über die Geburt Jesu. Wo doch in beiden Fällen Allahs Wort „Sei“ die entscheidende Rolle spielt, so wie in anderen Bereichen der Schöpfung auch. (Qutb)


Und wenn sich jemand mit dir über sie streitet, nachdem das Wissen zu dir kam, so sprich: "Kommt her, lasst uns rufen unsre Sِöhne und eure Söhne, unsre Frauen und eure Frauen und unsre Seelen und eure Seelen. Alsdann wollen wir zu Allah flehen und mit Allahs Fluch die Lügner bestrafen." (61) Wahrlich, dies ist die Geschichte der Wahrheit, und es ist kein Gott außer Allah, und Allah - Er ist wahrlich der Allmächtige, der Allweise. (62) Und wenn sie sich abwenden, so kennt Allah die Missetäter. (63)


Diese Verse wurden im Jahr 9 n.H. offenbart, als eine Abordnung des christlichen Staates Nagran, der zwischen dem Higaz und Jemen lag, den Propheten besuchte. Dieser Staat hatte nicht vor, sich mit Waffengewalt gegen das sich ständig ausweitende islamische Reich zu wehren. Vielmehr sollte die Abordnung prüfen, ob das Volk sich als Schutzbefohlene den Muslimen unterwerfen oder den Islam annehmen sollte. Da wurde dem Propheten diese Offenbarung zuteil (Mawdudi)

Dieser Vers wurde anlässlich des Besuchs einiger Christen vom Stamm Nagran beim Propheten im Jahr 10 d.H. offenbart. Ihnen wurde die wahre Natur Jesu dargelegt und seine Göttlichkeit widerlegt, doch vergebens. So forderte der Prophet die Christen dazu auf (wie Allah ihm aufgetragen hatte) den Fluch Allahs auf jene herabzurufen, die sich im Irrtum befänden. Als er seine Lieblingstochter Fatima, deren Ehemann Ali und seine beiden Enkel herbeiholen ließ, verließ die Christen der Mut und sie weigerten sich, Allahs Fluch auf die Irrenden zu erflehen.


Sure Maryam

Erwähnt wird (hier) die Barmherzigkeit deines Herrn gegen Seinen Diener Zacharias. (2) Als er seinen Herrn mit leisem Ruf anrief, (3) sagte er: "Mein Herr, mein Gebein ist nun schwach geworden, und die Haare meines Hauptes schimmern grau, doch niemals, mein Herr, bin ich mit meiner Bitte an Dich unglücklich gewesen. (4) Nun aber fürchte ich meine Verwandten, die mich überleben werden, und meine Frau ist unfruchtbar geworden. Gewähre Du mir darum einen Nachfolger, (5) auf dass er mein Erbe sei und der Erbe des Hauses Jakobs. Und mache ihn, mein Herr, (Dir) wohlgefällig." (6) "O Zacharias, Wir geben dir die frohe Botschaft von einem Sohn, dessen Name Yahya sein soll. Wir haben noch keinen dieses Namens geschaffen." (7)


Der Name Yahya (deutsch: Johannes) bedeutet „er wird leben“, das heißt er wird geistig leben, und man wird sich an ihn erinnern. Die Tatsache, dass Allah diesen Namen für ihn aussuchte, war eine einzigartige Auszeichnung für ihn, gleichbedeutend mit einem göttlichen Versprechen (Asad)


Er sagte: "Mein Herr, wie soll mir ein Sohn (geboren) werden, wo doch meine Frau unfruchtbar ist und ich schon das fortgeschrittene Alter erreicht habe?" (8) "Er sprach: "So ist es; dein Herr aber spricht: »Es ist Mir ein leichtes, und Ich habe dich zuvor geschaffen, als du ein Nichts warst.«" (9) ""Er sagte: "Mein Herr, gib mir ein Zeichen." Er sprach: "Dein Zeichen sei, dass du - obgleich gesund - drei (Tage und) Nächte lang nicht zu den Menschen reden sollst." (10) "So trat er aus dem Tempel heraus vor sein Volk und gab ihm zu verstehen, dass es (Allah) am Morgen und am Abend zu preisen habe. (11)


Die Zeit vergeht, und der Sohn wird geboren. In diesem (nun folgenden) Teil der Sure steht Yahya (Johannes der Täufer) im Mittelpunkt des Interesses, und ihm wird diese Anweisung gegeben: „Halte mit all deiner Kraft an Allahs Offenbarung fest“, denn eine ungläubige Welt hatte sie entweder vernachlässigt oder entstellt, und Yahya sollte den Weg für Jesus bereiten, der sie erneuern und neu interpretieren sollte. (Yusuf Ali)


"O Yahya, halte das Buch kraftvoll fest." Und wir verliehen ihm Weisheit im Knabenalter (12) und ein liebevolles Gemüt von Uns und Reinheit. Und er war fromm (13) und ehrerbietig gegen seine Eltern. Und er war nicht gewalttätig, auflehnend. (14)


Dies weist die falschen Beschuldigungen der Rebellion und der Volksverhetzung zurück, die die Staatsmacht zu Herodes Zeit gegen ihn vorbrachte. (Daryabadi)


Und Friede war auf ihm an dem Tage, als er geboren wurde, und an dem Tage, als er starb, und (Friede wird auf ihm sein) an dem Tage, wenn er wieder zum Leben erweckt wird. (15)


Johannes der Täufer lebte nicht lange. Er wurde von Herodes eingesperrt, weil er diesen seiner Lasterhaftigkeit wegen getadelt hatte, und schließlich auf Betreiben der Frau, mit der Herodes liiert war, enthauptet. Aber selbst in seinen jungen Jahren hatte er viele Gaben erhalten: 1. Weisheit, denn er trat kühn der Lasterhaftigkeit entgegen; 2. Mitleid und Liebe gegenüber allen Geschöpfen Allahs, denn er hielt sich in der Gesellschaft der Armen und Niedrigen auf und verachtete Verweichlichung; und 3. Eine reine Lebensführung, denn er entsagte der Welt und lebte in der Wildnis. All sein Wirken geschah in seiner Jugend. (Yusuf Ali)


Und erwähne im Buch Maria. Als sie sich von ihrer Familie nach einem östlichen Ort zurückzog (16)


Bei dem „östlichen Ort“ wird es sich um einen Raum im Tempel gehandelt haben, denn Maria war von ihrer Mutter dem Tempeldienst geweiht worden (Asad)


und sich vor ihr abschirmte, da sandten Wir Unseren Engel Gabriel zu ihr, und er erschien ihr in der Gestalt eines vollkommenen Menschen; (17) und sie sagte: "Ich nehme meine Zuflucht vor dir beim Allerbarmer, (lass ab von mir,) wenn du Gottesfurcht hast." (18) Er sprach: "Ich bin der Bote deines Herrn. (Er hat mich zu dir geschickt,) auf dass ich dir einen reinen Sohn beschere."" (19) Sie sagte: "Wie soll mir ein Sohn (geschenkt) werden, wo mich doch kein Mann (je) berührt hat und ich auch keine Hure bin?" (20) Er sprach: "So ist es; dein Herr aber spricht: »Es ist Mir ein leichtes, und Wir machen ihn zu einem Zeichen für die Menschen und zu Unserer Barmherzigkeit, und dies ist eine beschlossene Sache.«“ (21) "Und so empfing sie ihn und zog sich mit ihm an einen entlegenen Ort zurück. (22) Und die Wehen der Geburt trieben sie zum Stamm einer Dattelpalme. Sie sagte: "O wäre ich doch zuvor gestorben und wäre ganz und gar vergessen!" (23) Da rief er ihr von unten her zu: "Sei nicht traurig. Dein Herr hat dir ein Bächlein fließen lassen; (24) "und schüttele den Stamm der Palme in deine Richtung, und sie wird frische reife Datteln auf dich fallen lassen. (25)


Die unsichtbare Fürsorge hatte bewirkt, dass sie nicht unter Hunger und Durst leiden sollte. Das Bächlein brachte auch Wasser, so dass sie sich waschen konnte. (Yusuf Ali)


So iss und trink und sei frohen Mutes. Und wenn du einen Menschen siehst, dann sprich: »Ich habe dem Allerbarmer zu fasten gelobt, darum will ich heute mit keinem Menschen reden.«" (26)


Der arabische Begriff „Saum“ bedeutet in erster Linie „Enthaltsamkeit“ und „Selbstverleugnung“; hier in diesem Zusammenhang ist er gleichbedeutend mit Enthaltsamkeit von der Sprache, „Schweigen“.


Dann brachte sie ihn auf dem Arm zu den Ihren. Sie sagten: "O Maria, du hast etwas Unerhörtes getan. (27) O Schwester Aarons, dein Vater war kein Bösewicht, und deine Mutter war keine Hure." (28) ""Da zeigte sie auf ihn. Sie sagten: "Wie sollen wir zu einem reden, der noch ein Kind in der Wiege ist?" (29) Er (Jesus) sagte: "Ich bin ein Diener Allahs; Er hat mir das Buch gegeben und mich zu einem Propheten gemacht. (30) Und Er gab mir Seinen Segen, wo ich auch sein möge, und Er befahl mir Gebet und Zakah, solange ich lebe; (31) und ehrerbietig gegen meine Mutter (zu sein); Er hat mich nicht gewalttätig und unselig gemacht. (32) Und Friede war über mir an dem Tage, als ich geboren wurde, und (Friede wird über mir sein) an dem Tage, wenn ich sterben werde, und an dem Tage, wenn ich wieder zum Leben erweckt werde." (33) Dies ist Jesus, Sohn der Maria - (dies ist) eine Aussage der Wahrheit, über die sie uneins sind. (34) Es geziemt Allah nicht, Sich einen Sohn zu nehmen. Gepriesen sei Er! Wenn Er etwas beschließt, so spricht Er nur: "Sei!" und es ist. (35) Wahrlich, Allah ist mein Herr und euer Herr. So dient Ihm! Das ist ein gerader Weg." (36)


Hier kommt die Aussage Jesu zu ihrem Abschluss. Eine Aussage, die auch durch sein Verhalten zum Ausdruck kommt. Er verkündet hier seine Gottergebenheit vor Allah und vor den Menschen. Er ruft sie dazu auf, Allah ohne Teilhaber anzubeten. So bleibt nach diesem eindeutigen Bekenntnis kein Raum mehr für Spekulationen und Aberglaube. (Qutb)


Doch die Parteien wurden uneinig untereinander; wehe darum denen, die ungläubig sind; sie werden einen großen Tag erleben. (37) Wie gut wird ihr Hören und Sehen an dem Tage sein, wo sie zu Uns kommen werden! Heute aber befinden sich die Frevler in offenbarem Irrtum. (38) Und warne sie vor dem Tag der Verbitterung, wenn alles entschieden werden wird, während sie (jetzt) noch in Sorglosigkeit leben und immer noch nicht glauben. (39) Wir sind es, Die die Erde, und alle, die auf ihr sind, erben werden, und zu Uns werden sie zurückgebracht.